Abgeschlossene Projekte

Aktualisierung der Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL)

Projekt öffnen

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) ist für die Deutsche Rentenversicherung (DRV) ein bewährtes Instrument zur Dokumentation therapeutischer Leistungen in der medizinischen Rehabilitation. Die in den Reha-Entlassungsberichten erfassten KTL-Codes sind ein wichtiges Element der rehabilitativen Qualitätssicherung der DRV. Seit der letzten Überarbeitung der KTL vor sieben Jahren fanden verschiedene Veränderungen in der rehabilitativen Praxis statt. So machen beispielsweise die Einführung der Bachelor- und Masterstudienabschlüsse sowie die Entwicklung neuer Reha-Konzepte eine Überarbeitung der Klassifikation notwendig. Zudem konnten im Rahmen der KTL-Anwenderbetreuung der DRV vielfältige Informationen zu Fragen und Schwierigkeiten der Anwender gesammelt werden, die es zu berücksichtigen galt.

b) Projektziel: Ziel des Projekts ist die vollständige Überarbeitung der KTL. Dies betrifft alle KTL-Codes einschließlich ihrer Qualitätsmerkmale sowie die zur KTL gehörigen Dokumentationshinweise, -beispiele und Verzeichnisse.

c) Methodisches Vorgehen: Das methodische Vorgehen des Projekts gliedert sich in drei Schritte. Im ersten Schritt erfolgt die Durchführung einer umfangreichen Anwenderbefragung bei allen DRV belegten Rehabilitationseinrichtungen sowie relevanten Berufs- und Fachverbänden. Die Befragung wird als Papierfragebogen sowie als Online-Version konzipiert und ist von den Anwendern vornehmlich im Freitext zu beantworten. Die eingegangenen Anwenderrückmeldungen werden in einer speziell hierfür programmierten Vorschlagsdatenbank erfasst. Neben der Anwenderbefragung wurden die aus der KTL-Anwenderbetreuung der DRV vorhandenen Rückmeldungen sowie relevante Rehabilitations- und Schulungskonzepte berücksichtigt. Zur Diskussion der Anwenderrückmeldungen wird im Anschluss an die Befragung ein Expertentreffen durchgeführt.

Im zweiten Schritt der Überarbeitung erfolgt zunächst die Sichtung und thematische Kategorisierung der Anwenderrückmeldungen. Im Weiteren werden die Rückmeldungen sowohl vom Institutsteam als auch dem DRV Projektteam unabhängig bewertet. Diese Bewertungen bilden die Grundlage für die darauffolgende schrittweise Überarbeitung der KTL-Kapitel. Nachdem eine im Projektteam abgestimmte Version der Kapitel vorliegt, werden diese an ausgewählte Experten versandt, die nochmals um Rückmeldung gebeten werden. Im Anschluss daran erfolgt eine weitere Überarbeitung der Kapitel durch das Projektteam. Parallel hierzu werden die Dokumentationshinweise und -beispiele sowie die Kapiteleinleitungen ausgearbeitet.

Im letzten Schritt des Projekts wird die End-Version der aktualisierten KTL einschließlich aller Dokumentationshinweise und Verzeichnisse sowie einer elektronischen Version der Klassifikation erstellt.

Projektverantwortliche

Auftraggeber

DRV Bund

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301

Evaluation des Übergangs von der Akutklinik zur Anschlussheilbehandlung (AHB)

Projekt öffnen

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Eine Anschlussheilbehandlung (AHB) dient dazu, die im Krankenhaus begonnene (früh-) rehabilitative Behandlung intensiv fortzusetzen. Im Idealfall erfolgt hier ein nahtloser Übergang von der Akutklinik in eine Einrichtung der AHB. Dabei gilt das Erreichen der Rehabilitationsfähigkeit als Voraussetzung für die Aufnahme in eine Rehabilitationsklinik. Im Zuge der Einführung der DRG-Fallpauschalen (optional seit 2003, verpflichtend seit 2004), die mit einer Verkürzung der Krankenhausverweildauer einherging, wird auf eine eingeschränkte Rehabilitationsfähigkeit bei Rehabilitationsbeginn verwiesen. Dadurch können erst zu einem späteren Zeitpunkt des Rehabilitationsaufenthalts belastungsintensive Therapien erfolgen, so dass das Erreichen der Rehabilitationsziele gefährdet wird.

b) Projektziel: Ziel ist es, Kenntnisse über Veränderungen beim Zugang bzw. der Inanspruchnahme und bei Ergebnissen von orthopädischen Anschlussheilbehandlungen im Zeitraum zwischen 2004-2011 zu gewinnen. Daneben sollen Indikatoren des Bedarfs sowie Prädiktoren der Ergebnisse im Bereich der AHB identifiziert werden.

c) Methodisches Vorgehen: In einem ersten Schritt erfolgt anhand von Routinedaten der AOK Baden-Württemberg und DRV Baden-Württemberg eine sektorenübergreifende Analyse des Behandlungsgeschehens im zeitlichen Umfeld der AHB für Rehabilitanden, die bei der AOK Baden-Württemberg krankenversichert und bei der DRV Baden-Württemberg rentenversichert sind. Dabei wird der zeitliche Wandel der Versorgungsprozesse zwischen 2004-2011 analysiert, indem die Behandlungsverläufe (von der Akutbehandlung über eine ggf. vorhandene häusliche Übergangszeit bis hin zur Anschlussheilbehandlung) sowie die entsprechenden Versorgungsergebnisse zwischen den jeweiligen Patientenjahrgängen verglichen werden. Dabei wird eine Extrapolation künftiger Entwicklungen vorgenommen, um Aussagen über künftig zu erwartende Veränderungen bei der Inanspruchnahme von AHB und der Behandlungsergebnisse machen zu können.

In einem zweiten Schritt wird eine Querschnittstudie durchgeführt, um über die objektiven Daten hinaus weitere Erkenntnisse über die subjektiven Sichtweisen von Rehabilitationsmedizinern und Rehabilitanden zu gewinnen. Im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie werden Personen mit Hüft- oder Knie-Totalendoprothese oder operierten Bandscheibenschaden zu Beginn und am Ende der Rehabilitation befragt. Hierbei werden differenziertere Informationen zum intra- und postoperativen Behandlungsverlauf (u.a. Dauer der Akutbehandlung und Übergangszeit, stationäre Maßnahmen zur Frührehabilitation, ambulante Behandlungen während der Übergangszeit) sowie zur Rehabilitationsfähigkeit (u.a. funktionaler Zustand bei Rehabilitationsbeginn) und zu Behandlungsergebnissen (u.a. Beurteilung des Rehabilitationserfolgs, subjektiver Gesundheitszustand) erhoben. Die Versorgungsprozesse im Akutsektor und Übergang zur AHB werden der Inanspruchnahme und den Ergebnissen der Rehabilitation gegenübergestellt, um Indikatoren des Rehabilitationsbedarfs sowie Prädiktoren der Rehabilitationsergebnisse im Bereich der AHB identifizieren zu können.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche Rentenversicherung Bund
  • Institutsmittel

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301

Nachsorge im Bereich der Kinder- und Jugendrehabilitation – Status Quo

Projekt öffnen

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund:Die Rehabilitation von körperlich und psychisch kranken Kindern und Jugendlichen ist eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung des Gesundheitszustands und damit einhergehend zu deren Integration in Schule und Ausbildung. Die Behandlung chronischer Erkrankungen erfordert einen Versorgungsansatz, der über einen stationären Rehabilitationsaufenthalt hinausgeht, um den Transfer des Erlernten in den Alltag und die Nachhaltigkeit der erreichten Effekte sicherzustellen. Eine Bestandsaufnahme, welche Angebote und Maßnahmen für Kinder und Jugendliche nach einem Rehabilitationsaufenthalt offen stehen und wie die Betreuung konkret abläuft, gibt es bislang nicht. Ebenso gibt es bisher keine Empfehlungen zur Nachsorge, die aus einer Bestandsaufnahme abgeleitet wurden. Ferner ist unklar, welcher Bedarf von Seiten der Kinder und Jugendlichen mit einer chronischen Erkrankung besteht.

b) Projektziel: Das Ziel des Projektes ist die Erfassung des derzeitigen Ist-Zustands der Nachsorge nach einer Kinder- und Jugendrehabilitation.

c) Methodisches Vorgehen: Es werden Rehabilitationseinrichtungen für Kinder und Jugendliche postalisch zu ihrem jeweiligen Vorgehen bei der Vorbereitung der Kinder und Jugendlichen auf die Zeit nach der Rehabilitation, zur Aussprache von Nachsorgeempfehlungen sowie zur Sicherstellung einer weitergehenden Betreuung befragt. Weiterhin ist die deskriptive Auswertung bereits vorliegender Fragebögen von Eltern (N≈1200) und Kindern/Jugendlichen (N≈500) zur Umsetzung von Nachsorgemaßnahmen und Barrieren Teil der quantitativen Datenerhebung und -analyse. Zur Beschreibung wie sich die weitergehende Betreuung der Kinder und Jugendliche nach einer Rehabilitation durch niedergelassene Ärzte und Klinikärzte gestaltet, werden Telefoninterviews mit Behandlern verschiedener Disziplinen (Allgemeinmedizin, Pädiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik) durchgeführt. Die Perspektive der betroffenen Kinder bzw. Jugendlichen und Eltern wird in Fokusgruppen weiter beleuchtet. Zur Rekrutierung der Eltern und Kinder bzw. Jugendlichen ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Bündnis Kinder und Jugendrehabilitation vorgesehen. Die Auswertung der Befragung der Rehabilitationseinrichtungen erfolgt deskriptiv. Das qualitativ erhobene Datenmaterial (Telefoninterviews, Fokusgruppen) wird nach der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet.

Projektverantwortliche

Förderung
Nachwuchsakademie Versorgungsforschung Baden-Württemberg

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301

Nachhaltigkeit der Effekte einer Rehabilitation bei Kindern und Jugendlichen

Projekt öffnen

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: In den letzten Jahren ist eine deutliche Zunahme der chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter zu verzeichnen. Bei unzureichender Behandlung führen diese zu einer verringerten Leistungsfähigkeit und damit nicht nur zu Einschränkungen der Schul- und Ausbildungsfähigkeit, sondern auch – vorausschauend betrachtet – zu Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit im Erwachsenenalter. Die medizinische Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen ist hierbei ein wichtiges Instrument zur Integration in Schule und Ausbildung und damit zur späteren Eingliederung in das Erwerbsleben.

b) Projektziel: Das Ziel des Projekts ist es, die Ergebnisse von Rehabilitationsmaßnahmen bei Kindern und Jugendlichen zu evaluieren und die Nachhaltigkeit der erzielten Effekte zu überprüfen.

c) Methodisches Vorgehen: Das Studiendesign lehnt sich an die Evaluation der Kooperation zwischen DRV-BW und Hausärzteverband an (Projekt: „Modellprojekt HVBW-REHA: Intensivierte Einbindung des Hausarztes in die Nachsorge nach Abschluss der Rehabilitation“), bei der eine gemeinsame Auswertung von Routinedaten (Rehabilitationsstatistikdatenbasis) der DRV-BW sowie von Angaben aus Hausärzte- und Rehabilitandenfragebögen erfolgt. Im Rahmen dieses Projekts werden studienrelevante Informationen ebenso aus verschiedenen Perspektiven erhoben. Neben den Routinedaten werden die Sichtweisen der Kinder- und Jugendmediziner sowie der Kinder bzw. Jugendlichen und deren Eltern ausgewertet. Die Kinder- und Jugendmediziner führen nach Abschluss der Rehabilitation ein Rückkehrgespräch, bei dem sie u.a. eine Einschätzung der Schul- und Ausbildungsfähigkeit vornehmen sowie den Gesundheitszustand des Kindes und sein Wissen über die Erkrankung beurteilen. Dies wird in einem Fragebogen festgehalten. Im Zuge eines weiteren Gesprächs sechs Monate nach Abschluss der Rehabilitation wird die Stabilität der Ergebnisse dokumentiert.

Die Fragebögen für Eltern (Fremdeinschätzung) und für Kinder/Jugendlichen ab 12 Jahren (Selbsteinschätzung) dienen zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Rehabilitation, des Gesundheitszustandes, der Lebensqualität und des Krankheitsmanagements. Die Fragebögen werden 6-12 Monate nach der Rehabilitation versendet.

Im Rahmen der Analysen stellt die Schul- und Ausbildungsfähigkeit zu Rehabilitationsende sowie 6 bis 12 Monate nach der Rehabilitation das wichtigste Outcomekriterium dar. Nebenzielgrößen sind Krankheitsmanagement, Gesundheitszustand und -verhalten sowie die Lebensqualität und -zufriedenheit des Kindes/Jugendlichen. Darüber hinaus werden die Aussagen der Kinder/Jugendlichen, der Eltern und der Kinder- bzw. Jugendmediziner hinsichtlich Divergenz bzw. Konvergenz geprüft.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche-Rentenversicherung Baden-Württemberg
  • Institutsmittel

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301

Fallmanagement bei Leistungen zur Teilhabe

Projekt öffnen

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Mit dem Ziel der Erhaltung bzw. Wiederherstellung der beruflichen Teilhabe führt die Deutsche Rentenversicherung sowohl Maßnahmen der medizinischen als auch der beruflichen Rehabilitation durch. Zur Erreichung dieses Ziels kann für einzelne Versicherte eine individuelle Unterstützung des Rehabilitationsprozesses durch ein Fallmanagement sinnvoll sein. Verschiedene Rentenversicherungsträger wenden daher bereits Fallmanagement in der Betreuung ihrer Versicherten an. Die verschiedenen Konzepte des Fallmanagements unterscheiden sich jedoch deutlich. Zur Entwicklung eines rentenversicherungsübergreifenden Fallmanagements hat die Deutsche Rentenversicherung Bund ein wissenschaftliches Projekt ausgeschrieben. Das Institut hat sich gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern (Prof. Peter Löcherbach, Prof. Christian Rexrodt, Prof. Edwin Toepler) beworben und den Zuschlag erhalten.

b) Projektziel: Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Fallmanagementkonzeptes, das bei allen Trägern der Deutschen Rentenversicherung eingesetzt werden kann.

c) Methodisches Vorgehen: Methodisch ist das Projekt in drei aufeinanderfolgende Phasen untergliedert. Zunächst wird eine systematische Literaturrecherche zum Thema Fallmanagement durchgeführt. Im Weiteren (zweite Phase) erfolgt auf Basis einer fragebogen-gestützte Umfrage bei allen Rentenversicherungsträgern eine Bestandsaufnahme bestehender Fallmanagementkonzepte der Rentenversicherung. Werden dort relevante Fallmanagementkonzepte bzw. entsprechende Modellprojekte identifiziert so schließt sich ein Leitfadeninterview der Verantwortlichen des jeweiligen Trägers an. Abgeschlossen wird diese Projektphase durch einen Expertenworkshop aus rentenversicherungsinternen und -externen Spezialisten. In der dritten Phase des Projektes erfolgt dann die Entwicklung eines rentenversicherungsweiten Fallmanagementkonzepts. Grundlage der Entwicklung bilden die Ergebnisse der bereits beschriebenen Projektphasen. Darüber hinaus werden in der dritten Projektphase deutschlandweit Fokusgruppen unter Beteiligung von Leistungserbringern, Leistungsträgern, Leistungsberechtigten sowie weitere Akteure bspw. aus dem betrieblichen Eingliederungsmanagement durchgeführt. Aus diesen Informationen wird vom Projektteam in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber ein erster Vorschlag für ein Fallmanagementkonzept ausgearbeitet. Dieser wird dann wiederum in einem Abschlussworkshop mit Fallmanagement-Experten diskutiert. Die dort gewonnenen Erkenntnisse werden vom Projektteam in das Konzept eingearbeitet.

Auftraggeber

DRV Bund

Projektverantwortliche

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301

Entwicklung eines intuitiv bedienbaren bewegungsunterstützenden Robotergeräts mit Selbstanpassung (SE_Burg)

Projekt öffnen

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Dank des technischen Fortschritts existieren neben der häufig eingesetzten passiven Kniebewegungsschiene inzwischen Bewegungsroboter, die assistiv aktive Bewegungen des Kniegelenks ermöglichen. Die Anpassung der Roboter an die Anatomie der Patienten ist bislang zeitaufwändig und benutzerunfreundlich.

Für den Einsatz in der Praxis ist eine Technik notwendig, die es ermöglicht, dass sich bewegungsunterstützende Robotergeräte an Nutzer selbstständig anpassen und Kniebewegungen individuell unterstützen. Um die Innovation umsetzen zu können, wurde das Verbundprojekt SE_Burg initiiert. Es basiert auf dem Wissensaustausch von Kooperationspartnern aus Industrie, Forschung und Klinik.

b) Projektziel: Das Ziel des Verbundprojekts ist es eine selbständige Anpassung einer Kniebewegungsschiene an das Nutzerverhalten von Knie-Tep Patienten zu realisieren.

c) Methodisches Vorgehen: Das durch das BMBF geförderte Verbundprojekt beinhaltet die Entwicklung eines SE_Burg Prototypen. Idealerweise soll dieser Prototyp lediglich von einer Hilfskraft angelegt und grob eingestellt werden. Die selbstanpassende Mechanik soll sich im Zusammenspiel mit der „aktiven“ Kopplungsschnittstelle während den ersten Probebewegungen an die Nutzeranatomie anpassen und für eine hohe Präzision und Benutzerkomfort sorgen.

Das Projekt wird methodisch in acht Arbeitspaketen durchgeführt, die von den beteiligten Kooperationspartnern bearbeitet werden. Die Aufgabe des klinischen Partners besteht darin, Anforderungen, Sicherheitsmaßnahmen und Möglichkeiten des SE_Burg Prototypen basierend auf Literaturrecherchen, Therapeutenbefragungen und Testungen verschiedener Kniebewegungsschienen zu formulieren und den Prototypen in Bezug auf seine Selbstanpassung praktisch sowohl am Probanden als auch am Patienten zu testen.

Um die wissenschaftlichen Aspekte dieser Aufgaben erfüllen zu können, wurde das Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung als Unterauftragnehmer der Moorheilbad Bad Buchau gGmbH in das Projekt eingebunden. Die Aufgaben des Instituts erstrecken sich über die Erarbeitung methodischer Grundlagen, Hilfe bei der Literaturrecherche und der Erstellung des Ethikantrags, Überwachung des Studienprotokolls sowie die Überwachung der Gebrauchssicherheit.

Für die Jahre 2015 und 2016 sehen die Arbeitspakete die kinematischen Erprobungen der SE_Burg Demonstratoren bzw. Prototypen an gesunden Probanden und Patienten mit konservativ behandelten Gelenkerkrankungen vor. Im Zuge dieser Aufgaben unterstützt das Institut die Moorheilbad Bad Buchau gGmbH insbesondere bei der Durchführung der Befragungen und der Testerprobungen, sowie der damit verbundenen Datenerhebung und –auswertung.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Institutsmittel

Kooperationspartner

  • Dr. Paul Koch GmbH (Verbundkoordination, Gesamtkonstruktion)
  • Friedrich Wilhelm Bessel Institut (FWBI) (Forschung und Entwicklung Antriebe und Regelung)
  • Dr. Winkler GmbH&Co.KG (Entwicklung fluidischer Polsterung)
  • Institut für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik (UFB)
  • Moorheilbad Bad Buchau gGmbH (Klinischer Partner)

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301

Evaluation des Modellprojektes mit dem Hausärzteverband Baden-Württemberg (HVBW): Intensivierte Einbindung des Hausarztes in die Nachsorge nach Abschluss der Rehabilitation

Projekt öffnen

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die im Zuge einer Rehabilitation erreichten Therapieziele sind häufig aufgrund einer mangelhaften Umsetzung des Nachsorgeplanes durch eine geringe Nachhaltigkeit gekennzeichnet. Um positive Wirkungen der Rehabilitation langfristig zu sichern, muss eine nahtlose Weiterbehandlung der Rehabilitanden erfolgen. Daher wurde zwischen der DRV-BW und dem Deutschen Hausärzteverband Baden-Württemberg (HVBW) eine Kooperationsvereinbarung zur intensivierten Einbindung der Hausärzte in die Nachsorge chronisch Kranker getroffen. Dabei leistet der Hausarzt eine verstärkte Betreuung und dokumentiert seine Sicht in einem Rückkehrgespräch sowie 12 Monate nach der Rehabilitation (Katamnesegespräch).

b) Projektziel: Ziel dieses Projekts ist es, festzustellen, ob die verstärkte Einbindung des Hausarztes in die Nachsorge nach einer durchgeführten Rehabilitation das mittel- und langfristige Reha-Ergebnis, insbesondere die Erwerbstätigkeit des Rehabilitanden, beeinflusst.

c) Methodisches Vorgehen: Die Auswertungen werden auf Basis der Rehabilitationsstatistikdatenbasis (RSD) sowie der Hausarztfragebögen des Rückkehr- und Katamnesegesprächs vorgenommen. Zudem wurden alle Projektteilnehmer sowie eine Vergleichsgruppe 12 bis 24 Monate nach Rehabilitationsende postalisch befragt.

Im Rahmen der Evaluation werden Rehabilitanden, deren Hausärzte im Hausärzteverband Baden-Württemberg Mitglied sind, und die damit verstärkt von ihrem Hausarzt bei der Umsetzung von Nachsorgeempfehlungen unterstützt werden sollen, mit einer Vergleichsgruppe aus den übrigen Rehabilitanden der DRV-BW bezüglich studienrelevanter Zielgrößen und Einflussgrößen verglichen. Die Hauptzielgröße der Analysen sind dabei die Rentenbeitragszahlungen im Folgejahr der Rehabilitationsmaßnahme. Um zu prüfen, in welcher Rehabilitandengruppe die berufliche Teilhabe wahrscheinlicher ist, werden multivariate Regressionsmodelle berechnet. Dabei wird für Rehabilitandenmerkmale, die sich zwischen den beiden Gruppen unterscheiden und die einen relevanten Einfluss auf die Zielgröße haben, adjustiert. Ferner wird die Beurteilung des Rehabilitationsergebnisses aus den verschiedenen Perspektiven (Hausarzt, Rehabilitand und Rehabilitationsklinik) und deren Übereinstimmung ausgewertet.

Ebenso wird die Passung des Nachsorgekonzeptes zwischen Rehabilitationsklinik und Hausarzt sowie deren Auswirkung auf die Umsetzung von Nachsorgemaßnahmen geprüft. Kommt es zu Diskrepanzen zwischen den Nachsorgeempfehlungen der Klinik und den Empfehlungen des Hausarztes, besteht die Gefahr, dass der Rehabilitand irritiert wird und in der Folge seine Bereitschaft zur Umsetzung von Nachsorgeaktivitäten nachlässt.

Projektverantwortliche

Veröffentlichungen

Jankowiak S, Kaluscha R, Krischak G. (2013)
Nachsorgeempfehlungen und deren Umsetzung aus Sicht der Hausärzte.
DRV-Schriften Band, 101, 61-63.

Kaluscha R, Jankowiak S, Krischak G. (2014)
Das Rehabilitationsergebnis aus Sicht des Hausarztes: Ein Beleg für den Nutzen der medizinischen Rehabilitation.
DRV-Schriften Band, 103, 38-40.

Jankowiak S, Kaluscha R, Krischak G. (2014)
Effekte einer intensivierten Einbindung des Hausarztes in die Nachsorge auf die Nachsorgeaktivität.
DRV-Schriften Band, 103, 282-284.

Jankowiak S, Kaluscha R, Krischak G. (2014)
Subjektive Einschätzung von Rehabilitationsmaßnahmen – spiegeln sich Hausarzt- und Rehabilitandenurteil in objektiven Daten wider? 10. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und 13. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, vom 24. bis 27. Juni in Düsseldorf.

Jankowiak S, Kaluscha R, Krischak G. (2014)
 Subjektive Einschätzung von Rehabilitationsmaßnahmen – spiegeln sich Hausarzt- und Rehabilitandenurteil in objektiven Daten wider?
9.Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, vom 17. bis 20. September in Ulm.

Förderung

  • Deutsche-Rentenversicherung Baden Württemberg
  • Institutsmittel

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301