Gründungssitzung Digitalisierung in der PRM (DigiPRM) 15.04.2019, Berlin
unter Leitung von Prof. Dr. Gert Krischak

Bild: Gründungsmitglieder der Kommission DigiPRM, 15.04.2019, Berlin (v.l.n.r.): Chr. Lemhöfer, Dr. W. Schupp, Prof. Dr. G. Krischak,  Dr. M. John, Dr. A. Reißhauer, Dr. R. Kaluscha, R. Setz, Dr. Chr. Korallus.

Die Digitalisierung erreicht immer mehr Bereiche und Prozesse der Einrichtungen der Gesundheitsversorgung und in der Arbeitswelt. Der sich rasant entwickelnde technologische Fortschritt belasten hierbei nicht nur Abläufe und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Gesundheitseinrichtungen, auch Patientinnen und Patienten selbst haben große Schwierigkeiten, die zahlreichen und stetig stark Anwachsen der Vielzahl von verschiedenen Angeboten und technischen Möglichkeiten gewinnbringend für sich zu nutzen. Veränderungen in allen Bereichen schüren Vorbehalte und Ängste bei allen Beteiligten, auf der anderen Seite ist der Aufbruch in neue digitale Strukturen für alle nicht mehr wegzudenken.

Dabei bietet gerade für chronisch Kranke die digitale Entwicklung eine besondere Möglichkeit, das breite Feld um die soziale Teilhabe von Betroffenen und der Erhaltung von Fähigkeiten und Kompetenzen zu vernetzen und effizienter zu gestalten. Eigenverantwortlichkeit und Selbstbehandlung werden im oft langwierigen Prozess der Wiedererlangung der Teilhabe und der Rehabilitation deutlich gestärkt. Hier bieten Entwicklungen der Digitalisierung einschließlich der Vernetzung von verschiedenen Kompetenzebenen, Internet- und mobilbasierten Interventionen und auch technische Assistenzsystemen große Chancen.

Gesundheit ist ein hohes allgemeines Gut. Somit muss auch die Digitalisierung im Gesundheitswesen dem Zweck einer hochwertigen Versorgung eingesetzt werden und darf nicht primär gewerblichen Interessen unterliegen. Digitale Anwendungen und Assistenzsysteme zeigen hierbei aktuell eine massive Dynamik und die Flut an Neuentwicklungen hat sich an die rasante Entwicklung von Internetvernetzung und mobilen Systemen gekoppelt.

Die Digitalisierung in der PRM treibt die, wie auch in anderen Branchen, zentralen Bereichen mit hoher Energie voran: Prozessumstrukturierung, technologische Infrastruktur, Datenschutz und Ethik, Assistenz- und Robotiksysteme und Tele-Rehabilitation sind nur einige der Felder, die sich gleichermaßen in Richtung eines digitalen Versorgungssystems entwickeln müssen.

Gemeinsames Ziel muss eine Verbesserung der Versorgung sein. Dieses wird nicht, wie von mancher Stelle erwartet, zu Effizienzsteigerungen und Einsparungen führen, sondern im Gegenteil durch einen höheren Aufwand gleichzeitig eine verbesserte Datenqualität und exaktere Analysen hervorbringen, die gezielter in der Praxis angewendet werden.

Die Kommission „Digitalisierung in der PRM“ der DGPRM steht für den wissenschaftlichen Ansatz der Verwendung von digitalen Techniken im gesamten Fachgebiet der PRM. Die wissenschaftliche Evidenz zum Nachweis von Effektivität und Evidenz von digitalen Techniken einschließlich Diagnostik, Therapie und Vernetzung müssen hierbei berücksichtigt werden. Auch digitale Prozesse im Arbeitsumfeld der PRM-Einrichtungen zählen zu den berücksichtigten Aufgabenfeldern der Kommission.

 

Mitglieder

Dr. Michael John vom Fraunhofer FOKUS in Berlin

Dr. biol. hum Rainer Kaluscha vom IFR in Bad Buchau

Dr. Christoph Korallus von der Medizinischen Hochschule Hannover

Prof. Dr. Gert Krischak vom IFR in Bad Buchau (Sprecher)

Christina Lemhöfer vom Jungen Forum

Dr. Anett Reißauer von der Berliner Charité

Wilfried Schupp von der Fachklinik in Herzogenaurach

Rpbert Setz von IBM in Nürnberg (kooptiert)

 

Schwerpunkte und Handlungsfelder

Die Kommission vertritt die Perspektive der Versorgung der Patienten und Rehabilitanden mithilfe digitaler Techniken unter einem wissenschaftlichen Ansatz. Dabei umfasst sie die Handlungsfelder sowohl von Leistungserbringern einschließlich der Ausbildung in der Lehre, als auch die der Patienten und Rehabilitanden. Die gesamte Kette der Versorgung von der Prävention bis zur nachhaltigen Rehabilitation mit häufig erforderlichen Wechseln in der Zuständigkeit und Sektorengrenzen wird umfasst. Daraus ergeben sich konsequenterweise folgende Schwerpunkte und Handlungsfelder der Kommission DigiPRM:

  • Formulierung von Anforderungen digitaler Systeme für die Gesundheitsversorgung
  • Überwindung von Schnittstellenproblematiken zwischen den Sektorengrenzen
  • Bewertung von lokalen Modellen und Initiativen digitaler Systeme
  • Bewertung von Assistenz- und Robotiksystemen in der PRM
  • Bewertung von Aufwand-Nutzenverhältnissen digitaler Systeme
  • Einbindung von Big Data-Analysen zur Verbesserung des Einschlusses in die PRM und zur Ergebnisbeurteilung
  • Förderung von E-Learning Strukturen in der Aus- und Weiterbildung in der PRM
  • Bewertung von Auswirkungen digitaler Strukturen auf das Arbeitsumfeld

 

Die Kommission erarbeitet ihre Ziele über

  • die Erstellung von Positionspapieren und konsentierten Expertenmeinungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und anderen, zielgruppenspezifischen Medien
  • die Erstellung von Übersichten und Bewertungen zu Modellvorhaben in der digitalen PRM
  • die Beratung und Initiierung von Projekten zur Digitalisierung in der PRM in Förderprogrammen und Ausschreibungen