Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: In rund 70 % aller Fälle zieht ein Schlaganfall einschränkende Langzeitfolgen nach sich. Halbseitenlähmungen gehören dabei zu den häufigsten Folgen. Dennoch können Betroffene im Rahmen umfangreicher Reha-Maßnahmen das Gehen wieder trainieren und die verlorenen Aktivitäten wieder neu erlernen. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Rehabilitation liegt in der Anzahl an Wiederholungen.

Roboterassistierte Gangsysteme stellen eine Therapiemethode zur Steigerung der Trainingsintensität dar und ermöglichen so das Neuerlernen sowie die Verbesserung der Gehfähigkeit. Aktuell kommt in der Therapie ein Gangtrainer mit Endeffektorsystem zum Einsatz. Die Bewegungen des Patienten werden dabei über einen Motorantrieb am Fuß geführt. Diese Systeme erlauben zwar eine Eigenaktivität des Patienten unter Betreuung eines Therapeuten, jedoch werden die Bewegungen der Patienten geführt und der Patienten erhält keine Rückmeldung zu seinem Gangmuster. Damit wird die Gleichgewichtsfähigkeit nicht optimal gefördert und das Potential für eine eigene Kraftentwicklung wird nicht ausgeschöpft.

b) Projektziel: Ziel des Forschungsprojekts ist die Entwicklung und Erprobung eines robotergestützten Gangtrainers, der dem Patienten eine auf ihn abgestimmte Rückmeldung zu seinem Gangmuster geben und sich an das individuelle Gangbild anpassen kann. Dieser Gangtrainer soll speziell für die Gruppe der Schlaganfallpatienten mit Beeinträchtigung des Ganges entwickelt werden.

c) Methodisches Vorgehen: Das methodische Vorgehen ist in zwei Schritte aufgeteilt. Im ersten Schritt wird eine Pilotstudie durchgeführt. Diese dient zur Erhebung von in der Ganganalyse eingesetzten biomechanischen Kenngrößen (u.a. Druckverteilungen, Muskelaktivität, Gelenkwinkel) bei gesunden Probanden sowie bei Schlaganfallpatienten. Die Analyseergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung der Sensorik und Elektronik des zukünftigen Gangtrainers. In einem zweiten Schritt wird dann ein Prototyp des robotorgestützen Gangtrainers entwickelt. Der dann in einer Folgestudie hinsichtlich Praktikabilität und klinische Handhabung geprüft wird.

Projektverantwortliche

Kooperationspartner

  • medica Medizintechnik GmbH
  • Lehrstuhl für Produktentwicklung an der Ruhr-Universität Bonn
  • zebris Medical GmbH

Förderung

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; ZIM- Förderprojekt

Kontakt
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle
Am Kurpark 1
88422 Bad Buchau
Telefon: +49 7582-800 5300
Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage die auf psychische Erkrankungen zurück zu führen sind, hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Zeitgleich werden aktuell nur 10-15% der psychisch Erkrankten mit Behandlungsbedarf auch tatsächlich fachpsychotherapeutisch/-psychiatrisch behandelt. Um die derzeitigen ambulanten Versorgungsangebote zu ergänzen und Patienten eine frühzeitige Behandlung zu ermöglichen, wurde das sechswöchige Behandlungsprogramm PAULI (Psychosomatik – auffangen, unterstützen, leiten und integrieren) entwickelt. PAULI richtet sich an Patienten, die arbeitsunfähig und (noch) nicht in einer psychotherapeutischen Behandlung sind. Ziel ist die Reduktion psychosomatischer Symptome sowie eine schnelle Rückführung in das Berufsleben oder die Vorbereitung auf eine sich anschließende Rehabilitationsmaßnahme. Das Konzept orientiert sich an dem ICF-Modell der WHO und beinhaltet neben verhaltenstherapeutischen, tiefenpsychologischen und systemischen Verfahren auch körperpsychotherapeutische und achtsamkeitsbasierte Maßnahmen.

b) Projektziel: Ziel des Projekts ist es, das PAULI-Konzept zu modifizieren bzw. zu verbessern (formative Evaluation). Weiterhin soll der subjektive Nutzen des Patienten durch die Behandlung nach dem PAULI-Konzept erfasst werden.

c) Methodisches Vorgehen: Zur formativen Evaluation von PAULI findet eine Befragung von 150 Patienten mit psychischen Erkrankungen statt. Dazu werden sowohl standardisierte Fragebögen als auch selbst entwickelte Fragen zu drei verschiedenen Messzeitpunkten eingesetzt: zum Zeitpunkt der Aufnahme, der Entlassung und ein Jahr nach Beendigung der PAULI-Behandlung. Die Instrumente sollen zum einen soziodemografische Merkmale der Patienten, zum anderen den psychischen und physischen Gesundheitszustand sowie Aktivitäten und Teilhabe erfassen. Um nicht nur die Patienten- sondern auch die Therapeutenperspektive zu erfassen, erfolgt bei Aufnahme und Entlassung eine Bewertung des Gesundheitszustandes durch die Therapeuten. Zwischenanalysen sollen Aufschluss über mögliche Modifikationspotentiale ergeben.

Das Projekt wurde am 11.01.2018 gestartet.

Projektverantwortliche

Kooperationspartner
ZAR Nanz medico GmbH & Co. KG (Dr. med. Ulrich Vieregge)

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Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die Diagnose Krebs greift zumeist abrupt und nachhaltig in die Lebenswelt Betroffener und deren Angehöriger ein. Sowohl die Erkrankung als auch die Therapien führen zu starken körperlichen und psychosozialen Belastungen der Betroffenen und somit zu einem komplexen Behandlungsbedarf. Auch bei gut zu behandelnden Krebsarten ist häufig eine längere Zeit für die vollständige Genesung (Rekonvaleszenz) erforderlich. Eine onkologische Rehabilitation kann diesen Wiederherstellungsprozess unterstützen und die gesellschaftliche Teilhabe positiv beeinflussen.

In Bezug auf die Ergebnisse onkologischer Rehabilitationen konnte gezeigt werden, dass sie sowohl die körperliche Funktionsfähigkeit als auch die psychische Befindlichkeit sowie die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Allerdings ist weitgehend unklar, nach welchen Kriterien in der Versorgungspraxis eine onkologische Rehabilitation empfohlen oder in Anspruch genommen wird, welche Patientengruppen davon profitieren und ob ein bedarfsgerechter Zugang bei onkologischen Rehabilitationsmaßnahmen vorliegt.

b) Projektziel: Mit Hilfe der Studie sollen einerseits Merkmale, die die Inanspruchnahme von onkologischen Rehabilitationsmaßnahmen beeinflussen, identifiziert werden. Anderseits sollen Versorgungsergebnisse zwischen onkologischen Patienten, die eine Rehabilitation in Anspruch genommen haben (Rehabilitanden), und Patienten, die keine onkologische Rehabilitation durchgeführt haben (Nicht-Rehabilitanden), verglichen werden.

Daneben sollen Kenntnisse über subjektiv wahrgenommene Förderfaktoren und Barrieren für Inanspruchnahme gewonnen werden.

c) Methodisches Vorgehen:  In die Studie werden onkologische Patienten aus den drei größten Erkrankungsgruppen, d.h. „Brustkrebs“, „Prostatakrebs“ und „Darmkrebs“, eingeschlossen.

Im Projekt werden zwei methodische Strategien verfolgt: In einem ersten Schritt erfolgt eine Analyse von Versorgungsdaten der Deutschen Rentenversicherung (RSD: Rehabilitationsstatistikdatenbasis) und der AOK Baden-Württemberg (Sekundärdatenanalyse). Dabei wird untersucht, welche individuellen Eigenschaften der Patienten (z.B. Krebsart, Begleiterkrankungen, soziodemografische Merkmale) sowie Merkmale der ambulanten bzw. stationären Krebsbehandlung (z.B. Dauer und Art der Tumorbehandlung) die Inanspruchnahme einer onkologischen Rehabilitationsmaßnahme beeinflussen. Anschließend werden die berufliche und soziale Teilhabe (Erwerbs-/ Pflegeprognose) sowie der weitere Behandlungs- und Krankheitsverlauf im niedergelassenen und stationären Versorgungssektor nach der Krebstherapie bzw. Rehabilitationsmaßnahme zwischen onkologischen Patienten, die eine Rehabilitation in Anspruch genommen haben (Rehabilitanden), und Patienten, die keine onkologische Rehabilitation durchgeführt haben (Nicht-Rehabilitanden), verglichen.

In einem zweiten Schritt erfolgt eine Befragung von ca. 1.500 Patienten (je 500 der drei ausgewählten Indikationen) zu subjektiv wahrgenommenen Barrieren und Förderfaktoren für die Inanspruchnahme onkologischer Rehabilitationsmaßnahmen (subjektiver Rehabilitationsbedarf, Kenntnisse und Erwartungen) sowie zum subjektiv wahrgenommenen Nutzen der Folgebehandlungen (Rehabilitation vs. ambulante/stationäre Therapien). Zusätzlich sollen weitere Kontextfaktoren für den Zugang erhoben werden (u.a. Aufklärungsmethoden des behandelnden Tumorzentrums hinsichtlich der Möglichkeit zur onkologischen Rehabilitation, Unterstützung bei der Antragsstellung).

Projektverantwortliche

Förderung

  • DRV Baden-Württemberg
  • Institutsmittel

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • AOK Baden-Württemberg
  • Asklepios Klinik Triberg (Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Widmann)
  • Krebsverband Baden-Württemberg e.V.

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) bezeichnet Rehabilitationsmaßnahmen, die sich schwerpunktmäßig an den Anforderungen des Arbeitsplatzes orientieren. Dieses Angebot gilt insbesondere für Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen (BBPL). Die Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl begann im Jahr 2013 mit der Einführung von MBOR im Sinne des Anforderungsprofils der DRV (2012), wobei spezielle bedarfsbezogene Schwerpunkte gesetzt werden.

b) Projektziel: Ziel der Studie ist die Evaluation von MBOR bei Rehabilitanden mit Herzerkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege am Beispiel der Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl. Daneben soll geprüft werden, welche Rehabilitandengruppen von der berufsbezogenen Maßnahme besonders profitieren.

c) Methodisches Vorgehen: Die Behandlungsergebnisse der Teilnehmer an berufsbezogenen Maßnahmen (Interventionsgruppe) werden mit den Rehabilitationsergebnissen von historischen Fällen, die einen MBOR-Bedarf aufwiesen, jedoch keine MBOR durchgeführt haben (Kontrollgruppe), verglichen. Der MBOR-Bedarf der Rehabilitanden wird in beiden Gruppen anhand eines Fragebogens („Würzburger Screening“) identifiziert.

Anhand von Routinedaten der DRV Baden-Württemberg (RSD: Rehabilitationsstatistikdatenbasis) werden die Effekte von MBOR auf den Erwerbsstatus (Sozialversicherungsbeiträge, Entgelt, Beschäftigungstage) in den zwei Folgejahren der Rehabilitation sowie auf das Rehabilitationsergebnis aus Sicht des Rehabilitationsarztes (Arbeitsfähigkeit, Leistungsfähigkeit in Bezug auf den letzten Beruf bzw. eine andere Tätigkeit, positives und negatives Leistungsvermögen) bestimmt. Für einen fairen Vergleich zwischen Interventions- und Kontrollgruppe vorzunehmen, werden multivariate Analysen durchgeführt. Um Rehabilitanden zu identifizieren, die besonders von einer MBOR profitieren, werden separate Regressionsmodelle z.B. für die beiden Indikationen (Kardiologie und Pulmologie), für Rehabilitanden mit unterschiedlichen Schweregraden einer BBPL und für Rehabilitanden der verschiedenen MBOR-Stufen (Stufen A bis C) berechnet.

Zusätzlich erfolgen in der Interventionsgruppe Fragebogenerhebungen zu drei Messzeitpunkten (Beginn und Ende der Rehabilitation sowie zwölf Monate nach Rehabilitationsende). Hier stehen die Veränderungen bei der subjektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, der Arbeitsmotivation und der subjektiven Erwerbsprognose sowie die Faktoren, die einen Einfluss auf die subjektiven Behandlungsergebnisse haben im Mittelpunkt.

Projektverantwortliche

Förderung

  • DRV Baden-Württemberg
  • Institutsmittel

Kooperationspartner
Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl (Dr. med. R. Nechwatal)

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die rehabilitative Nachbehandlung bei Verletzungen des Beckens weist bislang große Unterschiede auf. Dies liegt mitunter an der geringen Anzahl von Forschungsergebnissen zu Behandlungsinhalten und -ergebnissen, da nur wenige hochspezialisierte Schwerpunktkliniken Patienten mit Beckenverletzungen in nennenswerter Anzahl behandeln. Bislang lag der Fokus der klinischen und wissenschaftlichen Bemühungen überwiegend auf einer Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit in der Akutphase, doch zunehmend rückt auch der weitere Heilungsverlauf im Anschluss an die Akutphase und das erzielt Spätergebnis in das wissenschaftliche und gesellschaftliche Interesse. Es ist bekannt, dass zwischen dem funktionellen bzw. dem radiologischen Ergebnis sowie dem Gesundheitsstatus, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Rückkehr in das Erwerbsleben teilweise erhebliche Differenzen bestehen. Für die erfolgreiche Reintegration spielen neben den funktionellen und morphologischen Faktoren auch psychische, soziale und Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle, wie es auch die WHO im bio-psycho-sozialen Modell der ICF beschreibt. Die Rehabilitation und das langfristige Ergebnis bezogen auf die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben sind bislang noch in keiner wissenschaftlichen Arbeit untersucht worden.

b) Projektziel: Das Ziel des Projektes ist die langfristige Überprüfung des Rehabilitationsergebnisses nach Becken- und Acetabulumfrakturen sowie die Identifikation von Faktoren, die eine Vorhersage des Heilungsverlaufs erlauben (Prädiktoren). Anhand dieser Prädiktoren sollen dann Empfehlungen für die Rehabilitation abgeleitet werden.

c) Methodisches Vorgehen: Die AG Becken III der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (DGU/AO) hat eine europaweite, in Umfang und Inhalt einzigartige Datenbank für die Erfassung von Beckenverletzungen geschaffen. Allein für die Jahrgänge 2005-2013 umfasste diese insgesamt ca. 10.000 komplett eingegebene und abgeschlossene Fälle mit Beckenring- und Acetabulumfrakturen aus 31 Kliniken. Das ifr Ulm wird gemeinsam mit der AG Becken III der DGU/AO diese Datenerhebung prospektiv um Angaben zur Rehabilitation erweitert. Hierfür werden zu drei Messzeitpunkten (Aufnahme Reha (T1), Entlassung Reha (T2) und 12 Monate nach Abschluss der Reha (T3)) Fragebögen zur Erfassung des Rehabilitationsergebnisses inkl. Selbstständigkeit, Schmerz, Funktionalität, Reha-Status und Wiedereingliederung in das Arbeitsleben sowohl durch den Rehaarzt als auch durch den Rehabilitanden selbst ausgefüllt. Hierdurch sollen Erkenntnisse über Rehabilitationsergebnis, -verlauf, und -prognose gewonnen werden. Um die Fallzahl N=120 in dem geplanten Zeitraum zu erreichen, wird diese Studie in einem bundesweiten Multizenteransatz durchgeführt, bei dem acht Universität- und BG-Kliniken die Patienten rekrutieren. Die Antworten aus den Fragebögen zu den Zeitpunkten T1 bis T3 werden zunächst mit den zugehörigen Angaben aus dem Beckenregister der AG Becken III verknüpft und deskriptiv ausgewertet. Anschließend wird eine logistische Regressionsanalyse hinsichtlich der binären Hauptzielgröße „Wiedererlangen der Erwerbstätigkeit“ durchgeführt. Als potentielle Confounder werden hier die in den deskriptiven Analysen auffällig gewordenen Variablen (z.B. soziodemographische Merkmale) sowie Zusatzinformationen aus dem Beckenregister berücksichtigt. Auf Basis dieser Ergebnisse soll überprüft werden, welche dieser Confounder einen Einfluss auf den Behandlungsverlauf haben und inwieweit hieraus Behandlungspfade abgeleitet werden können, um sowohl die Alltagsaktivität, als auch die berufliche Leistungsfähigkeit der Patienten zu verbessern und somit die Wiedereingliederung in das Berufsleben frühzeitig zu erreichen.

Das Projekt wurde am 01.11.2015 gestartet.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche Gesellschaft dür Unfallchirurgie (DGU)
  • Institutsmittel

Kooperationspartner
AG Becken III der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO)

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Der Zugang zur medizinischen Rehabilitation ist eine viel diskutierte Schnittstelle des deutschen Gesundheitssystems. Studienergebnisse deuten sowohl auf Über- als auch Unterversorgung durch rehabilitative Leistungen hin. Hinweise auf eine mögliche Unterinanspruchnahme geben beispielsweise häufige gesundheitsbedingte Frühberentungen, ohne vorherige medizinische Rehabilitationsmaßnahmen. Zudem zeigt eine internationale Vergleichsstudie, dass chronisch Kranke in Deutschland erst relativ spät eine adäquate rehabilitative Behandlung erhalten.

b) Projektziel: Das Ziel des Projektes ist einerseits die Gewinnung von Erkenntnissen über die Effekte medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen bzw. des Verzichts auf eine Antragstellung trotz Indikation für eine Rehabilitation. Andererseits sollen solche Kriterien identifiziert werden, die eindeutige Hinweise auf einen Rehabilitationsbedarf liefern.

c) Methodisches Vorgehen: In einer retrospektiven Kohortenstudie werden sektorübergreifende Behandlungs- und Krankheitsverläufe zwischen Personen mit Rehabilitationsantrag und Personen mit einem potentiellen Rehabilitationsbedarf, die jedoch keinen Antrag gestellt haben, vergleichend untersucht. Datenbasis sind Routinedaten der Allgemeinen Ortskrankenkasse und der DRV-BW. Zur Annäherung an Kriterien, die auf einen möglichen Rehabilitationsbedarf hinweisen, werden in Daten zu ambulanten und stationären Behandlungen und Diagnosen, Arbeitsunfähigkeitszeiten und Heil- und Hilfsmitteln typische Merkmalsausprägungen und -kombinationen ermittelt, anhand derer die Beantragung bzw. die Durchführung einer Rehabilitationsmaßnahme vorhergesagt werden kann.

Zur Identifizierung von hemmenden und fördernden Faktoren für die Inanspruchnahme von Rehabilitationen werden Antragsteller und Nichtantragsteller mit angenommener Rehabilitationsindikation postalisch befragt.

Durch die Gegenüberstellung des weiteren Krankheits- und Behandlungsverlaufs sowie der damit verbundenen Kosten zwischen Rehabilitanden und Versicherten mit vergleichbarem Rehabilitationsbedarf ohne Inanspruchnahme einer Rehabilitation wird der Nutzen rehabilitativer Maßnahmen untersucht.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg
  • AOK Baden-Württemberg
  • Institutsmittel

Kontakt
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Am Kurpark 1
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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Aufgrund des demografischen Wandels sowie der Veränderung des Krankheitsspektrums hin zu chronischen Erkrankungen ist künftig mit einem steigenden Bedarf an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) zu rechnen. Berufliche Bildungsleistungen zählen dabei zu den häufigsten und kostenintensivsten Maßnahmen. Die Berufsförderungswerke (BFW) bieten als wichtiger Leistungserbringung beruflicher Bildungsleistungen neben Vollausbildungen auch verschiedene Integrations- und Teilqualifizierungsmaßnahmen an. Diese Angebote unterscheiden sich in ihrer Dauer und Betreuungsintensität deutlich voneinander. Im Hinblick auf einen effizienten Ressourceneinsatz gewinnen die Evaluation beruflicher Bildungsleistungen sowie die bedarfsgerechte Vermittlung der Rehabilitanden in eine erfolgsversprechende Maßnahme zunehmend an Bedeutung.

b) Projektziel: Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Kriterien zur Förderung des bedarfsgerechten Zugangs zu verschiedenen Maßnahmentypen. Dazu gehört auch die Evaluation des mittelfristigen Erfolgs verschiedener berufsbildender Maßnahmen in Abhängigkeit von bestimmten Merkmalen der Maßnahme und der Teilnehmer.

c) Methodisches Vorgehen: Die Auswertungen des vorliegenden Projektes erfolgen in zwei Strängen. Zunächst werden „historische“ Daten von im Berufsförderungswerk Schömberg durchgeführten beruflichen Bildungsleistungen aus der Rehabilitationsstatistikdatenbasis (RSD) der Rentenversicherung Baden-Württemberg sowie routinemäßig im Berufsförderungswerk erhobenen Daten herangezogen, die über Pseudonyme am Institut datenschutzgerecht verknüpft werden. Um einen Überblick über die aktuelle Zuweisungspraxis zu den Maßnahmen zu erhalten, werden zuerst die Teilnehmerstrukturen auf Basis von Routinedaten verglichen. Im Weiteren wird das mittelfristige Ergebnis der verschiedenen Maßnahmen, gemessen an der beruflichen Wiedereingliederung der Rehabilitanden zwei Jahre nach der Maßnahme ermittelt, sowie Analysen zu Einflussfaktoren (Prädiktoren) auf die berufliche Wiedereingliederung durchgeführt. Daraus sollen Hinweise abgeleitet werden, welche Untergruppen von Rehabilitanden von welcher Maßnahme mehr oder weniger profitieren: „Welche Maßnahme für wen?“. Diese Ergebnisse können dann künftig als Entscheidungshilfe bei der Zuweisung dienen.

Im Rahmen der prospektiven Analysen werden zusätzlich zu den vorliegenden Routinedaten mittels unterschiedlicher Erhebungsinstrumente sowohl von Seiten der Rehabilitanden als auch der Berufscoaches ergänzende Daten erhoben. Hierbei handelt es sich vorwiegend um „weiche“ Daten wie z.B. individuelle Kontextfaktoren der Rehabilitanden, die in den Routinedaten allenfalls indirekt erscheinen, aber für Zuweisung und Maßnahmeergebnis relevant sind. Unter Einschluss dieser kontinuierlich von aktuellen Rehabilitanden und deren Coaches erhobenen Daten werden weitere Analysen zu den Maßnahmeergebnissen sowie zu den Prädiktoren dieser Ergebnisse durchgeführt.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche-Rentenversicherung Baden Württemberg

Kooperation

  • Berufsförderungswerk Schömberg gGmbH
  • Deutsche-Rentenversicherung Baden Württemberg

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Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Sucht und Erwerbslosigkeit stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander. Chronisches Suchtverhalten führt in seiner Folge häufig zum Verlust der Erwerbstätigkeit. Lang andauernde Arbeitslosigkeit kann wiederum die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Suchterkrankung fördern. Die berufliche Integration ist damit ein wichtiger Faktor bei der Überwindung einer Suchterkrankung. Bisher werden Entwöhnung/medizinische Rehabilitation und berufliche Rehabilitation zumeist zeitlich getrennt voneinander durchgeführt. Das berufliche Integrationsförderprogramm BOSS verfolgt das Ziel, möglichst früh, bereits während der Entwöhnungsbehandlung, die berufliche Wiedereingliederung mittels strukturierter Maßnahmen zu fördern.

b) Projektziel: Ziel des vorliegenden Projektes ist es, den Erfolg von BOSS gemessen an dem mittelfristigen Erwerbsstatus zu überprüfen. Daneben sollen relevante Parameter für die Zuweisung der Rehabilitanden zu BOSS sowie Prädiktoren einer erfolgreichen beruflichen Wiedereingliederung ermittelt werden.

c) Methodisches Vorgehen: Das vorliegende Projekt verfolgt zwei Auswertungsstränge. Im ersten Auswertungsstrang werden historische Daten durchgeführter Suchtrehabilitationsmaßnahmen aus der Rehabilitationsstatistikdatenbasis (RSD) der Rentenversicherung Baden Württemberg herangezogen. Dabei erfolgen Analysen zum mittelfristigen Ergebnis der Rehabilitation, gemessen an der beruflichen Wiedereingliederung der Rehabilitanden zwei Jahre nach der Maßnahme, sowie zu relevanten Einflussfaktoren auf die berufliche Wiedereingliederung. Die in der RSD erfassten Rehabilitanden, die in der Vergangenheit an einer Suchtrehabilitationsmaßnahme teilgenommen haben, dienen als historische Kontrollgruppe für die BOSS-Teilnehmer (Interventionsgruppe).

Im zweiten Auswertungsstrang werden prospektiv Daten von BOSS-Teilnehmern erhoben. Hierbei werden die verfügbaren RSD-Daten mittels Fragebogenerhebungen um ICF-orientierte Parameter, beispielsweise der Lebenszufriedenheit, der Stressverarbeitung oder der sozialen Unterstützung, ergänzt. Auch im Rahmen dieses Auswertungsstrangs werden Analysen zur Hauptzielgröße (berufliche Wiedereingliederung zwei Jahre nach Ende von BOSS) sowie zu den Prädiktoren des Rehabilitationsergebnisses durchgeführt. Um die historische Kontrollgruppe durch eine Kontrollgruppe von Rehabilitanden zu ergänzen, für die ebenfalls die entsprechenden Fragebogendaten vorliegen, wird eine weitere Kontrollgruppe in solchen Einrichtung rekrutiert und befragt, die etwas später mit der Einführung von BOSS starten.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche-Rentenversicherung Baden Württemberg

Kooperation

  • Berufsförderungswerk Bad Wildbad gGmbH
  • Sucht-Rehabilitationseinrichtungen des Baden-Württembergischen Landesverbands für Prävention und Rehabilitation gGmbH

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Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

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Am Kurpark 1
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Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

 

Hintergrund:

Rund ein Drittel der Arbeitslosen leidet unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die eine Wiederaufnahme der Arbeit im früheren Tätigkeitsfeld erschweren. Je länger die Arbeitslosigkeit besteht, desto höher ist dabei das Risiko gesundheitlicher, vor allem psychischer, Einschränkungen. So sind Arbeitslose im Vergleich zu Erwerbstätigen öfters in stationärer Behandlung und erhalten deutlich mehr Medikamentenverordnungen. Zwischen Arbeitslosigkeit und gesundheitlicher Beeinträchtigung besteht ein wechselseitiger Zusammenhang, der durch zahlreiche internationale und nationale Studien belegt wird. So können chronische Erkrankungen ein Grund für den Verlust des Arbeitsplatzes sein, beziehungsweise den Wiedereinstieg ins Berufsleben erschweren. Umgekehrt geht mit der Arbeitslosigkeit eine hohe psychische Belastung einher, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko nach sich zieht. Arbeitslose haben im Vergleich zu Erwerbstätigen ein mindestens doppelt so hohes Risiko psychische Erkrankungen zu entwickeln.

Um die negativen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit zu verringern und die Erwerbsfähigkeit zu sichern, sollen Arbeitslose in das Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung einbezogen werden. Durch das Modellprojekt soll ein eigenanteil- und vorleistungsfreies Präventionsangebot der Rentenversicherung für Arbeitslose entstehen, das speziell auf die psychosozialen Probleme von Arbeitslosen zugeschnitten ist. Die innovativen Maßnahmen fokussieren die Verbesserung der physische und insbesondere die psychische Gesundheit der Arbeitslosen. Positive Entwicklungen für die Teilnehmer können sich  langfristig ergeben, da die Reintegration in den Arbeitsmarkt nicht durch gesundheitliche Beeinträchtigungen verhindert wird. Kann das Modellprojekt am Ende des Projektzeitraums positiv bewertet werden, bedeutet das für die Verstetigung, dass der Gesetzgeber eine entsprechende Änderung des § 14 SGB VI vornehmen muss. Denn die derzeitige Textfassung des § 14 SGB VI lässt die Erbringung von Präventionsleistungen der Deutschen Rentenversicherung für arbeitslose Personen nicht zu.

Projektziel:

Durch die formative Evaluation soll überprüft werden, ob die Präventionsmaßnahme die Stärkung bzw. Sicherung der Erwerbsfähigkeit sowie der psychischen und physischen Gesundheit von (Langzeit-) Arbeitslosen in Baden-Württemberg positiv beeinflusst. Zudem soll das Modellprojekt hinsichtlich der Akzeptanz, des Aufwandes und Nutzens bewertet werden. Zur Überprüfung der Ziele und zur formativen Evaluation des Modellvorhabens findet sowohl eine Befragung der Arbeitslosen, als auch der Therapeuten der Rehakliniken und der Mitarbeiter der Arbeitsagenturen bzw. Jobcenter statt.

Methodisches Vorgehen:

Der Erkenntnisgewinn wird durch eine fortlaufende Evaluation des Modellvorhabens sichergestellt. Es erfolgt eine Befragung der Arbeitslosen, der Therapeuten der Rehabilitationseinrichtungen sowie der Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Dabei wird ein Mixed-Methods Ansatz, bestehend aus Fragebogenbefragungen und Fokusgruppen, angewandt.

Die Arbeitslosen werden, in einem Ein-Gruppen-Prä-Post Design zu den Befragungszeitpunkten vor Beginn, nach drei Monaten, am Ende sowie 12 Monate nach Ende des Präventionsprogramms zum Präventionsbedarf, zum Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten, zu bestehenden Risikofaktoren, zum Erwerbsstatus, zu ihrer Motivation sowie zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität befragt. Zudem werden nach Maßnahmenende der Nutzen und die Zufriedenheit der Arbeitslosen mit dem Präventionsprogramms erfasst. Die subjektiven Angaben werden durch Zahlen zur Teilnehmer-und Abbrecher-Quote sowie der Wiedereingliederungsquote ergänzt.

Auch eine Befragung der Mitarbeiter der Arbeitsagenturen/ Jobcenter sowie der Therapeuten der Rehabilitationseinrichtungen bezüglich der Passgenauigkeit und des Präventionsbedarfs der Teilnehmenden ist zur Evaluation des Modellvorhabens vorgesehen. Weiterhin werden die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen/ Jobcenter sowie die Therapeuten der Rehabilitationseinrichtungen bezüglich der Akzeptanz, des Aufwandes und des Nutzens der Präventionsmaßnahme befragt.

Projektverantwortliche:

Prof. Dr. G. Krischak (gert.krischak@ifr-ulm.de)

K. Dietzel (katharina.dietzel@ifr-ulm.de), Projektleitung

Dr. T. Kölle  (theresa.koelle@ifr-ulm.de)

Förderung

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“)

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • DRV Bund
  • Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit
  • Agentur für Arbeit Göppingen
  • Jobcenter Landkreis Göppingen
  • Agentur für Arbeit Ulm
  • Jobcenter Stadt Ulm
  • Jobcenter Alb-Donau-Kreis
  • Federseeklinik Bad Buchau
  • Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl
  • ZAR Ulm
  • ZAR Göppingen

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Ein wesentliches Ziel des Flexirentengesetzes aus dem Jahr 2016 ist es, die Rolle der Prävention bei der gesetzlichen Rentenversicherung zu stärken. In trägerübergreifenden Modellprojekten erprobt die Deutsche Rentenversicherung daher die Einführung einer berufsbezogenen Gesundheitsvorsorge für Versicherte ab dem vollendeten 45. Lebensjahr nach §14 Abs. 3 SGB VI. In diesem Sinne boten die Rentenversicherungsträger Baden-Württemberg und Bund gemeinsam mit der Unfallkasse Baden-Württemberg und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege einen berufsbezogenen Gesundheitscheck für Pflegekräfte aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe im Jahr 2018 an.

Die Möglichkeit zur Teilnahme am Gesundheitscheck erhielten Pflegekräfte im Alter von 45 bis 52 Jahren, die bereits Beeinträchtigungen der beruflichen Leistungsfähigkeit aufwiesen. Hierzu versendeten die Rentenversicherungsträger Einladungsschreiben inklusive eines Selbsttests, dem Work Ability Index (WAI), der die Arbeitsfähigkeit erfasst und hilft, den Bedarf an der Teilnahme am Gesundheitscheck festzustellen. Sofern das WAI-Ergebnis den Schwellwert von 44 Punkten unterschritt, wurden die Pflegekräfte gebeten, einen Termin in einer Untersuchungsstelle im Raum Karlsruhe zur Inanspruchnahme des Gesundheitschecks zu vereinbaren. In einer ärztlichen Beratung wurde dann die berufliche Gesundheit (z.B. tätigkeitsbedingte Belastungsfaktoren) der Pflegekraft besprochen und bei Bedarf Empfehlungen zur Teilnahme an speziellen Angeboten (z.B. einer medizinischen Rehabilitation) ausgesprochen.

Projektziele:

Die Studie dient der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts und ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil sollen Kenntnisse über den subjektiven Bedarf der Pflegekräfte hinsichtlich eines speziell an sie gerichteten Präventionsangebots sowie über die Zufriedenheit mit dem neuen Angebot gewonnen werden. Außerdem werden subjektiv wahrgenommene Förderfaktoren und Barrieren der Inanspruchnahme erhoben. Im zweiten Teil erfolgt eine Nachbefragung der Teilnehmer ein Jahr nach Inanspruchnahme des Gesundheitschecks, die zeigen soll, inwiefern die Teilnehmer in diesem Zeitraum die Empfehlungen der Ärzte (Teilnahme an speziellen Angeboten, Kontaktaufnahme zum Hausarzt, persönliche Empfehlungen) umgesetzt haben und welche Faktoren die Umsetzung förderten oder behinderten.

 Methodisches Vorgehen:

Für den ersten Teil der Studie werden alle Pflegekräfte, welchen die Teilnahme am Gesundheitscheck im Jahr 2018 angeboten wurde, mittels eines Fragebogens befragt. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Pflegekräfte letztendlich tatsächlich am Angebot teilgenommen haben.

Gegenstand der Befragung ist zum einen der subjektive Bedarf, den die Pflegekräfte hinsichtlich eines Gesundheitschecks haben. Zum anderen werden die Pflegekräfte gebeten, das erhaltene Informationsmaterial von der Rentenversicherung sowie den eingesetzten WAI zu bewerten. Pflegekräfte, die am Gesundheitscheck teilgenommen hatten, werden insbesondere zu ihren Beweggründen für die Teilnahme, den Schwierigkeiten, die sie überwinden mussten und zu Verbesserungsvorschlägen befragt. Außerdem sollen diese die Kontaktaufnahme zur Untersuchungsstelle und auch den Gesundheitscheck bewerten. Pflegekräfte, die nicht am Gesundheitscheck teilgenommen hatten, werden vor allem zu den Gründen für die Nicht-Teilnahme befragt. Darüber hinaus sollen sie Aussagen dazu treffen, unter welchen Bedingungen sie unter Umständen zur Teilnahme bereit gewesen wären, d.h. was beim Vorgehen verändert werden müsste, damit sie das Angebot in Anspruch nehmen.

Parallel wird eine qualitative Datenerhebung anhand teilstrukturierter Interviews durchgeführt. Dabei werden die Ärzte aus den arbeitsmedizinischen Untersuchungsstellen zu konzeptionellen Stärken und Schwächen des Gesundheitschecks sowie dazu, ob und an welcher Stelle sie Optimierungsbedarf sehen, befragt.

Im zweiten Teil der Studie werden alle Pflegekräfte, die am Gesundheitscheck teilgenommen haben, ein Jahr später erneut befragt.

Dabei sollen Kenntnisse darüber gewonnen werden, welche Empfehlungen (z.B. Inanspruchnahme einer medizinischen Rehabilitation, Weiterbehandlung beim Hausarzt) die Teilnehmer bei dem Gesundheitscheck erhalten und anschließend umgesetzt haben und welche Faktoren die Umsetzung der Empfehlungen förderten oder behinderten. Zudem sollen Änderungen, die sich seit der Teilnahme am Gesundheitscheck bei den Teilnehmern ergeben haben (z.B. bessere Bewältigung beruflicher Belastungen, höheres Gesundheitsbewusstsein, Veränderungen am Gesundheitszustand und am Arbeitsplatz), erfasst werden. Dabei sollen die Teilnehmer auch angeben, welchen Einfluss ihrer Ansicht nach der Gesundheitscheck bzw. die umgesetzten Maßnahmen auf die Veränderungen hatten.

Das Projekt wurde am 01.01.2018 gestartet.

 Projektverantwortliche

Prof. Dr. G. Krischak (gert.krischak@ifr-ulm.de)

Marina Jost (marina.jost@ifr-ulm.de), Projektleitung

Silke Jankowiak (silke.jankowiak@ifr-ulm.de)

Rainer Kaluscha (rainer.kaluscha@ifr-ulm.de)

Förderung

  • DRV Baden-Württemberg (1.Teil der Studie)
  • DRV Bund (2.Teil der Studie)
  • Institutsmittel

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • DRV Bund
  • Unfallkasse Baden-Württemberg
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

In Deutschland scheiden jährlich rund 18.000 Menschen frühzeitig aufgrund einer neurologischen Erkrankung aus dem Erwerbsleben aus. Die Chance auf eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung kann dabei durch eine Stufenweise Wiedereingliederung (StWE) erhöht werden. Allerdings ist es Patienten, je nach Schwere der neurologischen Beeinträchtigungen, oft nicht möglich, eine klassische StWE zu absolvieren. Ein Grund hierfür sind bestehende arbeitsplatzrelevante Defizite (z.B. Konzentrationsstörungen, Störungen der Motorik und Kraft, Sprachstörungen), die eine Wiederaufnahme der Beschäftigung verhindern. Die stufenweise Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit wäre jedoch möglich, wenn die Versicherten während der StWE individuell mit Therapieleistungen einer neurologischen Rehabilitationseinrichtung unterstützt oder der Arbeitsplatz an die Defizite angepasst werden würde. Ein solches Konzept existiert im Rahmen der Regelversorgung unter Kostenträgerschaft der Rentenversicherung bislang nicht. Das Modellprojekt START schließt diese Lücke durch Modifikationen der klassischen StWE. Zum einen wird die StWE durch Reha-Tage ergänzt, um den Gesundheitszustand und arbeitsplatzrelevante Fähigkeiten während der Wiedereingliederung zu verbessern. Zum anderen wird die StWE nicht nach einem festgelegten Stundenschema absolviert, sondern kann individuell je nach Leistungsfähigkeit des Patienten gestaltet und angepasst werden. Außerdem erfolgt ein Coaching am Arbeitsplatz durch einen Therapeuten bzw. Arzt, um bei Bedarf in Abstimmung mit dem Arbeitgeber den Arbeitsplatz oder das Arbeitsgebiet an die Defizite anzupassen. So soll Patienten, die aufgrund der Defizite nicht in der Lage sind, eine klassische StWE zu absolvieren, eine frühzeitige Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit ermöglicht werden

Projektziele:

Ziel der geplanten Studie ist die Prozess- und Ergebnis-Evaluation des Modellprojekts „START“. Die Studie soll erste Erkenntnisse zur Zufriedenheit und Akzeptanz der START-Maßnahme bei Patienten, Therapeuten und Arbeitgebern liefern und herausstellen, ob die Maßnahme Verbesserungen im Gesundheitszustand und der beruflichen Wiedereingliederung bringt.

Methodisches Vorgehen:

Die Ergebnis-Evaluation des Modellprojektes beruht auf zwei Datenquellen. So werden der sozialmedizinische Verlauf und die Wiedereingliederungsquote im Folgejahr der START-Intervention in der Interventionsgruppe (START-Teilnehmer) anhand von Fragebögen erfasst. Aus der Reha-Statistik-Datenbasis der Rentenversicherung werden ähnliche Fälle als historische Kontrollgruppe selektiert.

Zur Prozessevaluation findet eine Befragung der START-Teilnehmer zu Beginn, am Ende sowie ein Jahr nach Ende der START-Intervention statt. Dabei werden mittels standardisierten Fragebögen u.a. soziodemographische Merkmale, der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit erfasst. Daraus ergibt sich unter anderem, welche Personenkreise besonders von START profitieren, so dass Empfehlungen für die Zuweisung abgeleitet werden können. Um nicht nur die Patientenperspektive, sondern auch die Therapeuten- und Arbeitgeberperspektive zu beleuchten, erfolgt eine Befragung des jeweiligen Arbeitgebers und der Therapeuten in den beteiligten Rehabilitationseinrichtungen. Hierbei sollen die Zufriedenheit mit der START-Intervention sowie deren Stärken und Schwächen erfasst werden.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. G. Krischak (gert.krischak@ifr-ulm.de)

Theresa Kölle (theresa.koelle@ifr-ulm.de), Projektleitung

Christina Kaltenbach (christina.kaltenbach@ifr-ulm.de)

Förderung

  • Bundesprogramm “Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • Reha-Zentrum HESS
  • ZAR Tübingen

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Im Rahmen des Bundesprogramms „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ bietet die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV BW) ihren Versicherten einen berufsbezogenen Ü35-Gesundheitscheck in Kombination mit dem Gesundheits-Check-up 35 der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an. Dabei wird der Gesundheits-Check-up 35 der GKV wie gewohnt von Ärzten der Allgemein- und Inneren Medizin durchgeführt. Ergänzend daran erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Erwerbsfähigkeit während des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW anhand des Work Ability Index (WAI) bestimmen zu lassen. Auf Basis der Ergebnisse des WAI werden für die Versicherten präventive bzw. rehabilitative Leistungen der DRV beantragt. Auf Basis der Ergebnisse des Gesundheits-Check-ups 35 werden zudem Empfehlungen für Präventionsangebote der GKV gegeben. Die Möglichkeit zur Teilnahme am Modellprojekt erhalten Versicherte der DRV BW, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, im Stadt- und Landkreis Heilbronn wohnen und der Sozialversicherungspflicht (Bezug von Entgelt, Krankengeld, Arbeitslosengeld I) unterliegen.

Projektziele:

Die Studie dient der wissenschaftlichen Begleitung des Modellvorhabens der DRV BW. Ziel dabei ist es, Kenntnisse über den subjektiven Bedarf für den berufsbezogenen Ü35-Gesundheitscheck der DRV BW und die Akzeptanz hinsichtlich eines kombinierten Gesundheitsangebots der DRV BW und GKV zu gewinnen. Zudem sollen konzeptionelle Stärken und Schwächen des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW sowie der Optimierungsbedarf aus Sicht der Teilnehmer und Ärzte, die das kombinierte Gesundheitsangebot der DRV BW und GKV durchführen, erfasst werden. Ferner soll die Praktikabilität des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW überprüft werden und zu guter Letzt soll festgestellt werden, welche Altersklassen eher Präventions- und welche eher Rehabilitationsbedarf aufweisen.

Methodisches Vorgehen:

In die Studie werden Teilnehmer des Modellprojekts (Interventionsgruppe) sowie eine Vergleichsgruppe, d.h. Personen, die den Gesundheits-Check-up 35 der GKV ein Jahr zuvor in Anspruch genommen haben, eingeschlossen. Personen aus der Vergleichsgruppe haben aufgrund der gesetzlichen Teilnahmefristen der GKV keine Möglichkeit am Modellprojekt der DRV BW teilzunehmen, deshalb werden diese über ein Informationsschreiben der DRV BW zu einem für sie derzeit noch nicht verfügbaren, d.h. fiktiven Angebot, informiert. Die Befragung der beiden Gruppen erfolgt mittels Fragebögen, die am IFR Ulm in Kooperation mit der DRV BW entwickelt werden.

Im Rahmen des Modellprojekts wird festgelegt, dass Bedarf für Teilhabeleistungen (z.B. medizinische Rehabilitation) dann besteht, wenn das WAI-Ergebnis weniger als 44 Punkte beträgt. Daher wird bei Personen, die den Schwellenwert des WAI von 44 Punkten unterschreiten, die Inanspruchnahme von Teilhabeleistungen zwischen Teilnehmern und der Vergleichsgruppe verglichen. Dabei wird die Leistungsinanspruchnahme bei den Teilnehmern ein Jahr nach Teilnahme am kombinierten Gesundheitsangebot der DRV BW und GKV und bei der Vergleichsgruppe ein Jahr, nachdem sie den WAI ausgefüllt haben, erhoben. Dies liefert Hinweise darauf, inwiefern anhand des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW der Bedarf an Teilhabeleistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Um weiterhin zu prüfen, welche Altersklassen ab 35 Jahren eher Präventions- und welche eher Rehabilitationsbedarf aufweisen, wird die Anzahl an in Anspruch genommener präventiver bzw. rehabilitativer Leistungen der DRV und die Anzahl an in Anspruch genommener Präventionsangebote der GKV zwischen verschiedenen Altersgruppen verglichen.

Des Weiteren werden Teilnehmer des Modellprojekts und auch die Vergleichsgruppe u. a. zum subjektiven Bedarf an einem Gesundheitscheck der DRV mit einem berufsbezogenen Screening zur Messung der Erwerbsfähigkeit befragt. Dabei sollen die Studienteilnehmer auch angeben, ob sie ein kombiniertes Gesundheitsangebot oder zwei separate Gesundheitschecks der Leistungserbringer bevorzugen würden. Die Teilnehmer des kombinierten Gesundheitsangebots der DRV BW und GKV sollen darüber hinaus das Angebot bewerten. Dadurch sollen Hinweise auf den Bedarf an Veränderungen hinsichtlich der Ausgestaltung des Angebots gewonnen werden.

Des Weiteren soll eine qualitative Befragung der niedergelassenen Ärzte der Allgemein- und Inneren Medizin aus der Modellregion zur Ausgestaltung des Modellprojekts, zu Schwierigkeiten bei der Teilnehmerrekrutierung und zur Akzeptanz des „kombinierten“ Angebots anhand leitfadengestützter Interviews erfolgen.

Das Projekt wurde am 01.09.2019 gestartet.

 Projektverantwortliche

Prof. Dr. G. Krischak (gert.krischak@ifr-ulm.de)

Marina Jost (marina.jost@ifr-ulm.de), Projektleitung

Theresa Kölle (theresa.koelle@ifr-ulm.de)

Förderung

  • Bundesprogramm “Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • AOK Baden-Württemberg
  • Hausärzteverband Baden-Württemberg

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Um die Erwerbsfähigkeit der Versicherten langfristig und teilhabeorientiert zu sichern, hat die Deutsche Rentenversicherung ein neunmonatiges Präventionsprogramm (ehemals Betsi) entwickelt. Dabei besuchen die Teilnehmer zunächst Schulungen und Kurse zu gesundheitsrelevanten Themen (Bewegung, Ernährung etc.) in einer Einrichtung (hier: medicos.AufSchalke). Dort werden sie dann drei Monate lang in Präsenzterminen weiter betreut. Zuletzt führen die Teilnehmer ihre Aktivitäten sechs Monate ohne Präsenztermine selbstständig durch (Eigenaktivitätsphase). Abschließend findet eine Auffrischung des Erlernten am sogenannten Refresher-Tag statt.  Bisherige Studien belegen positive Effekte dieser Präventionsmaßnahme auf bestehende Risikofaktoren, den Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten. Allerdings zeigen Bestandsaufnahmen des medicos.AufSchalke, dass bisher nur ein relativ kleiner Anteil der Teilnehmer zum Refresher-Tag erscheint. Um die Bindung der Teilnehmer an die Präventionsmaßnahme sowie die Nachhaltigkeit der erzielten Effekte zu erhöhen, sollen die Teilnehmer längerfristig begleitet werden, weshalb im Rahmen der Studie eine Erweiterung der Eigenaktivitätsphase erfolgt.  Dabei werden neben weitergehenden Face-to-face-Kontakten mit einem Therapeuten auch digitale Angebote genutzt.

Projektziel:

Mit der Studie soll geprüft werden, ob durch die längerfristige Begleitung die Bindung der Teilnehmer an das Präventionsprogramm erhöht und die Nachhaltigkeit der Trainingseffekte verbessert werden kann.

Methodisches Vorgehen:

In die Studie werden insgesamt 750 Teilnehmer am Präventionsprogramm im Rehabilitationszentrum medicos.AufSchalke eingeschlossen, die zufällig zu einem der folgenden drei Modelle zugeteilt werden (je ca. 250):

  • Modell 1 – Klassisch: Ohne erweiterte Begleitung
  • Modell 2 – Präsenz: Ergänzt durch 14-tägige Präsenztermine
  • Modell 3 – Online: Ergänzt durch online-basierte Maßnahmen

Das Modell 1 sieht wie im bestehenden Präventionsmodell keine weitere Begleitung vor. Im  Modell 2 werden die Teilnehmer weiterhin persönlich von den Therapeuten betreut, allerdings nur noch 14-tägig (im medicos.AufSchalke). Im Modell 3 werden die Teilnehmer anhand einer Online-Therapieplattform („Caspar“) betreut und sie führen mit dieser Plattform ihr individuelles Training mit einem PC, Tablet oder Smartphone durch. Der Umfang von 12 Einheiten á 90 Minuten sowie die Inhalte aus den Bereichen  Ernährung, Entspannung, Edukation und Bewegung sind in den beiden begleiteten Modellen identisch.

Effekte der beiden neuen Modelle sollen sowohl mit dem klassischen Präventionsmodell, als auch zwischen den beiden neuen Modellen selbst verglichen und abgebildet werden. An drei Diagnostik-Terminen vor der Trainingsphase, nach der Trainingsphase sowie nach der Eigenaktivitätsphase werden von allen Teilnehmern konditionelle und koordinative Fähigkeiten erfasst. Ferner beantworten die Teilnehmer Fragen zu ihrem Gesundheitsverhalten und -zustand, zu bestehenden Risikofaktoren sowie zur Motivation und zur Behandlungszufriedenheit. Inwieweit durch die längere Begleitung  der Teilnehmer in den Modellen 2 und 3 auch die Bindung an das Programm erhöht wird, soll durch die Teilnehmerquote am Refresher-Tag abgebildet werden.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. G. Krischak (gert.krischak@ifr-ulm.de)

Belinda Hoffmann (belinda.hoffmann@ifr-ulm.de), Projektleitung

Finanzierung/Fördermittel

  • DRV Westfalen
  • Eigenmittel

Kooperation

  • medicos.AufSchalke Reha GmbH & Co. KG
  • CASPAR Health, Unternehmen der GOREHA GmbH

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

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Kurzbeschreibung

Hintergrund:

In Deutschland sind Kniebewegungsschienen mittlerweile ein fester und evidenzbasierter Bestandteil in der Rehabilitation von Patienten mit Knie-TEP-Implantation. Sie unterstützen erfolgreich Physio- und Bewegungstherapie.

Um die Effektivität zu steigern, soll sich das Training mit der Kniebewegungsschiene an dem aktuellen Reiz- und Leistungszustand des Patienten orientieren. Zur Erhebung des individuellen Reizzustands und Leistungsniveaus des Patienten vor, während und nach der Therapie, wird die bewegungsunterstützendende assistiv-aktive Kniebewegungsschiene weiterentwickelt. Auf Basis der Erhebungen soll sich die Trainingsintensität stetig an den Patienten anpassen. Eine solche individualisierte Behandlung soll eine bestmögliche Unterstützung der Trainingstherapie gewährleisten.

Projektziel:

Ziel des Projektes ist die Individualisierung der Gerätesteuerung der bewegungsunterstützenden assistiv-aktiven Kniebewegungsschiene (inBURG), indem diese mit einer Bio-Sensorik zur Erfassung des Patientenzustandes und erweiterter „intelligenter“ Software (Expertensystem) ausgestattet wird.

Methodisches Vorgehen:

Das IFR Ulm formuliert die „medizinische Wissensbasis“ für die Bio-Sensorik. Zudem werden durch das Institut das Studiendesign der klinischen Testung erarbeitet sowie die Probandentestungen durchgeführt.

Die „Formulierung der medizinischen Wissensbasis“ umfasst die Definition geeigneter Parameter, die den Reizzustand und das Leistungsniveau postoperativ an einem Gelenk aufzeigen können, so dass eine individuelle Bewegungstherapie realisiert und der Heilungsprozess optimal unterstützt werden kann. Der Festlegung von Parametern werden sowohl Literaturrecherchen in elektronischen Datenbanken als auch Befragungen von Ärzten, Therapeuten und den späteren Anwendern zu möglichen Erhebungsparametern sowie Testreihen mit verschiedenen Parametern, wie z.B. Schwellungsmessung, zugrunde gelegt. Hierbei ist es essentiell sowohl eine Überforderung, die mit Reizzuständen, als auch eine Unterforderung, die mit einer verminderten Belastbarkeitssteigerung des Gewebes einhergehen kann, zu vermeiden.

Auf Basis der Formulierung der medizinischen Wissensbasis erfolgt die „Mitarbeit bei der klinischen Testung“ des Demonstrators inBURG, bei der das IFR Ulm eng mit dem Projektpartner Federseeklinik zusammenarbeitet. Hier werden das Studiendesigns inklusive Ethikantrag erarbeitet, um inBURG an Probanden und Patienten auf Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit zu testen. Bei der Testung werden insbesondere die ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekte (ELSI) in den Fokus genommen. Hierzu werden Patienten und Therapeuten aktiv in den Prozess der Studien- und Assessment-Entwicklung einbezogen. Ferner wird untersucht, inwieweit die definierten Parameter in der praktischen Anwendung geeignet sind, um den Reiz- und Leistungszustand zu erheben und eine effektive Therapie zu initiieren.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Aufgrund des Fehlens einheitlicher Behandlungsstandards in der neurologischen Rehabilitation, dürften derzeit einrichtungsspezifische Behandlungskonzepte vorliegen. Daher strebt die AOK Baden-Württemberg durch ihr Projekt „AOK-proReha Schlaganfall“ landesweit eine Verbesserung und Harmonisierung der Versorgungssituation in der neurologischen Rehabilitation an. Dabei soll ein neues, einrichtungsübergreifendes Konzept die Grundlage für Behandlungsentscheidungen in der neurologischen Rehabilitation darstellen und somit letztlich auch die Versorgungsqualität verbessern.

Die Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung (SEVERA) des Universitätsklinikums Freiburg entwickelte dazu im Auftrag der AOK Baden-Württemberg ein neues Behandlungskonzept für Schlaganfallpatienten der Phase D. Das IFR Ulm wurde von der AOK Baden-Württemberg mit der Evaluation des neuen Behandlungskonzepts betraut.

Projektziel:

Ziel der Studie ist die Prüfung der Ergebnisqualität. Dabei soll untersucht werden, welche Effekte das neue Behandlungskonzept gegenüber den bisherigen Behandlungsstrategien der Einrichtungen erzielt. Zudem wird überprüft, inwieweit das neue Konzept in der Praxis umsetzbar ist.

Methodisches Vorgehen:

Insgesamt nehmen 13 neurologische Rehabilitationseinrichtungen in Baden-Württemberg an der Studie teil, von denen fünf Kliniken ausschließlich als Vergleichskliniken und drei ausschließlich als Modellkliniken dienen. Fünf Einrichtungen implementieren das neue Behandlungskonzept nach der Ergebung von Vergleichsdaten und sind somit Vergleichs- und Modellklinik. Die Datenerhebung in den teilnehmenden Rehabilitationseinrichtungen erfolgt auf Grundlage einer Patientenbefragung sowie vereinheitlichter Untersuchungs- und Testverfahren (Assessmentbatterie). Zudem werden nach Implementierung des neuen Behandlungskonzepts die durchgeführten therapeutischen Maßnahmen Behandlungsintensität sowie aufgetretene Probleme bei der Umsetzung und Gründe für eventuelle Abweichung vom Behandlungskonzept mittels eines Therapiedokumentationsbogens erhoben.

Zur Bewertung der Struktur- und Prozessqualität der teilnehmenden Kliniken sowie zur Bestimmung von Klinikunterschieden bei den bisherigen Behandlungskonzepten werden entsprechende Items aus den Fragebögen der QS-Reha herangezogen.

Hauptzielgröße der Evaluation ist die Ergebnisqualität auf Basis der festgelegten Erhebungsinstrumente (Fragebögen, Assessments). Im Fokus stehen dabei die Selbständigkeit und Funktionsfähigkeit der Patienten. Dabei wird geprüft, ob das neue Konzept zumindest gleich gut (Prüfung auf Nicht-Unterlegenheit) oder sogar besser ist, als die bisher in der Praxis angewandten Konzepte der einzelnen Kliniken.

Im ersten Analyseschritt wird überprüft, ob sich die Patienten, die gemäß den bisherigen Klinikkonzepten versorgt wurden, z.B. hinsichtlich Alter oder Begleiterkrankungen von den Teilnehmern an dem neuen Konzept unterscheiden. Hierfür werden die Daten, die bei Aufnahme in die Rehabilitation erhoben wurden, verglichen.

Das Behandlungsergebnis wird über die Differenz der Aufnahme-, Entlassungs- und Katamnesedaten (nach vier Monaten) bestimmt. Dieses erfolgt sowohl für die Patienten, die gemäß der bisherigen Versorgung behandelt wurden als auch für die Patienten, die das neue Behandlungskonzept erhalten haben. Sofern die Differenzen in beiden Gruppen gleich sind, kann davon ausgegangen werden, dass das neue Behandlungskonzept gegenüber der bisherigen Versorgungspraxis zumindest gleichwertig ist.

Auf Basis der Therapiedokumentationsbögen erfolgt eine Beurteilung der Praktikabilität der neuen Behandlungsvorgaben. Des Weiteren kann der Behandlungsaufwand abgeschätzt werden. Um einen Vergleich mit der bisherigen Versorgungspraxis vornehmen zu können, werden die Modellkliniken hinsichtlich der Inhalte ihres bisherigen Behandlungskonzepts befragt.

Projektverantwortliche

Förderung

  • AOK Baden-Württemberg

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung werden Rehabilitationsleistungen mit dem Ziel durchgeführt, eine wesentliche Besserung oder Wiederherstellung einer erheblich gefährdeten oder bereits geminderten Erwerbsfähigkeit zu erreichen, oder zumindest eine Verschlechterung zu vermeiden. Rehabilitationsleistungen führen somit zu einer längeren Erwerbstätigkeit von Versicherten, welche der Rentenversicherung darüber hinaus auch als aktive Beitragszahler erhalten bleiben.

Zur fortlaufenden Verbesserung der Leistungsqualität in der medizinischen und beruflichen Rehabilitation werden von der Deutschen Rentenversicherung Instrumente der Reha-Qualitätssicherung an Fachabteilungen eingesetzt, die rentenversicherungseigen oder von der Deutschen Rentenversicherung federführend belegt sind. Aktuell werden unter anderem die Behandlungszufriedenheit und der subjektive Behandlungserfolg als Qualitätsindikatoren erfasst. Durch eine adjustierte Bewertung, d.h. eine Bewertung unter Berücksichtigung vorbestehender Merkmale der Rehabilitanden, wird ein fairer Vergleich von Reha-Fachabteilungen ermöglicht.

 

Projektziele:

Ziele des Projektes sind die Entwicklung einer Adjustierungsstrategie für den sozialmedizinischen Verlauf. Um die berufliche Wiedereingliederung möglichst fair zwischen Fachabteilungen zu vergleichen, müssen Einflüsse aus ergebnisrelevanten vorbestehenden Merkmalen der Rehabilitanden berücksichtigt werden, welche die behandelnden Fachabteilungen nicht beeinflussen können. Auf Basis des Adjustierungsmodells wird die Entwicklung eines nutzerfreundlichen Rückmeldekonzepts für die so ermittelten Ergebnisse der Qualitätssicherung angestrebt. Ferner soll geprüft werden, ob sich der sozialmedizinische Verlauf als Qualitätsindikator für eine gelungene Rehabilitation eignet.

 

Methodisches Vorgehen:

Bei den Auswertungen zum sozialmedizinischen Verlauf nach einer Rehabilitation werden Routinedaten der Rentenversicherung als Datengrundlage genutzt. Anhand von statistischen Auswertungen in Form von Regressionsmodellen mit einer oder mehreren Ebenen bzw. Kovarianzanalysen werden die Operationalisierung der beruflichen Wiedereingliederung sowie Einflussfaktoren auf diese identifiziert. Die Ergebnisse der Analysen fließen in das Adjustierungsmodell ein, anhand dessen das Rehabilitationsergebnis bzgl. der beruflichen Wiedereingliederung angepasst und somit fachabteilungsübergreifend vergleichbar gemacht werden kann. Auf Basis des vorgeschlagenen Adjustierungsmodells wird unter Einbezug von Fokusgruppen (mit Teilnehmern aus Reha-Einrichtungen sowie Rentenversicherungsträgern) ein verständliches Rückmeldekonzept zu den Ergebnissen entwickelt.

Das Projekt wurde am 02.09.2019 gestartet.

 

Projektverantwortliche

Prof. Dr. Gert Krischak (gert.krischak@ifr-ulm.de)

Dr. Rainer Kaluscha (rainer.kaluscha@ifr-ulm.de)

Sarah Leinberger (sarah.leinberger@ifr-ulm.de)

Förderung

Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV Bund)

Kooperationspartner

  • DRV Bund
  • Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation (iqpr)

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund: Hinsichtlich der Ergebnisqualität der Rehabilitation fehlen insbesondere Studien, die objektive Angaben zum mittel- und langfristigen Erwerbsstatus vor und nach einer Rehabilitation analysieren. Solche Daten sind zwar bei der Rentenversicherung vorhanden, werden aber bisher kaum für diese Zwecke genutzt. Die bisher in der Qualitätssicherung der Rentenversicherung eingesetzten Kenngrößen (Strukturanforderungen, Peer Review, Reha-Therapiestandards, externe Patientenbefragung) legen Ihre Schwerpunkte auf die Qualität der indikationsbezogenen Reha-Prozesse sowie den patientenberichteten Outcome. Für die berufliche Wiedereingliederung liegen keine validen und vergleichbaren Kennzahlen auf der Ebene der Rehabilitationseinrichtungen vor. Deshalb bietet es sich an, den erwerbsbezogenen Reha-Outcome im Sinne einer Kennzahl messbar zu machen und den Leistungserbringern für den Einsatz im internen Qualitätsmanagement sowie den Leistungsträgern für die Reha-Steuerung zu Verfügung zu stellen.

 

Projektziel: Im Projekt wird zum einen die Frage beantwortet, ob es sinnvoll ist, den erwerbsbezogenen Reha-Outcome vergleichend als Bewertungsinstrument für Reha-Einrichtungen einzusetzen und inwieweit er in das interne Qualitätsmanagement der Kliniken integriert werden kann. Zum anderen sollen auch Möglichkeiten für eine selbständige Weiterentwicklung der Häuser, z.B. durch Kooperation und gegenseitiges Lernen in Qualitätsverbünden oder durch Klinik-Benchmarking, aufgezeigt werden.

 

Methodisches Vorgehen: Diese Studie ist ein Folgeprojekt der „Reha-QM-Outcome-Studie Baden-Württemberg“, so dass das Vorgehen auf deren Methodik aufbaut. Das Untersuchungsdesign umfasst drei Daten-Stränge:

Katamnestische Befragung der Versicherten, die im zweiten Halbjahr 2016 an einer Reha-Maßnahme in einer der beteiligten Kliniken teilgenommen haben

  • Routinedaten der Rentenversicherung, insbesondere der Erwerbsstatus der eingeschlossenen Versicherten vor und nach der Rehabilitation
  • QS- und QM-Daten aus dem bestehenden Benchmarking der Qualitätsverbünde

Es werden weitere Zielgrößen und weitere relevante Parameter (u.a. z.B. regionaler Arbeitsmarkt) sowie ihre Wechselwirkungen untersucht. Eine wichtige Neuerung stellen die Überlegungen zur Integration verschiedener Dimensionen der Prozess- und Ergebnisqualität in einen sogenannten „multiplen Outcome-Index“ dar, der bei Vergleichen von Einrichtungen oder Rehabilitandengruppen die Übersichtlichkeit verbessert.

Projektverantwortliche

Prof. Dr. G. Krischak (gert.krischak@ifr-ulm.de)

Dr. biol. hum. Dipl.-Inform. Rainer Kaluscha (rainer.kaluscha@ifr-ulm.de), Projektleitung

M.A. Belinda Hoffmann (belinda.hoffmann@ifr-ulm.de)

Finanzierung/Fördermittel

  • DRV Baden-Württemberg
  • DRV Braunschweig-Hannover
  • DRV Nordbayern
  • Eigenmittel

Kooperation

  • Sozial- und Arbeitsmedizinische Akademie (SAMA)
  • Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
  • Qualitätsverbund Gesundheit Baden-Württemberg – „Gemeinsam für die beste Reha“
  • Verbund Norddeutscher Rehabilitationskliniken (VNR)
  • DRV Baden-Württemberg
  • DRV Braunschweig-Hannover,
  • DRV Nordbayern
  • insgesamt 47 Rehabilitationskliniken der beteiligten Verbünde und Rentenversicherungen

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

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