Hintergrund

Anhaltende Arbeitslosigkeit ist ein gesundheitlicher Risikofaktor, zugleich können gesundheitliche Einschränkungen zu Arbeitslosigkeit und SGB II-Leistungsbezug führen. Insbesondere bei Personen, die seit über einem Jahr eine Arbeitsstelle suchen, ist verstärkt festzustellen, dass eine Vermittlung an gesundheitlichen Einschränkungen scheitert, die von Arbeitsuchenden zum Teil selbst nicht eingestanden werden. Erfahrungen im Jobcenter Biberach zeigen, dass einem Teil dieser Arbeitsuchenden von ihren Ärzten Arbeitsunfähigkeit attestiert wird – ggf. auch über einen längeren Zeitraum – ohne intensiv an einer Genesung zu arbeiten. Dies hemmt den Vermittlungsprozess deutlich und führt in nicht wenigen Fällen dazu, dass nach Jahren eine Erwerbsunfähigkeit festgestellt wird. Das Modellprojekt soll dem entgegenwirken, indem eine Vernetzung der unterschiedlichen Akteure wie Hausärzte oder Jobcenter auf der einen Seite und die Begleitung des Arbeitslosen durch Lotsen auf der anderen Seite umgesetzt wird.

 

Projektziel

Das Ziel der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojektes „Vernetzung-Vorbeugung-Integration – VVI“ ist es, dessen Inhalte, Abläufe und Wirkungsweisen zu evaluieren und somit Erkenntnisse über Verbesserungs- und Verstetigungspotentiale abzuleiten. Das Modellprojekt VVI wurde dabei speziell für Arbeitslosengeld-II-Empfänger mit gesundheitlichen Einschränkungen konzipiert und beinhaltet neben der engmaschigen Betreuung durch einen Lotsen auch die Vernetzung aller relevanten Akteure (Hausärzte, Arbeitslose, Lotsen, Arbeitgeber) um eine nachhaltige berufliche Integration zu erreichen.

 

Methodisches Vorgehen

Im Rahmen der Prozess- und Ergebnisevaluation des Modellprojekts werden drei verschiedene Perspektiven einbezogen. Die Evaluation des Projektes aus Sicht der Teilnehmenden fokussiert die gesundheitlichen Veränderungen, analysiert welche Arbeitslosen besonders profitieren und soll Optimierungsmöglichkeiten identifizieren. Die Evaluation aus Sicht des Lotsen und der beteiligten Ärzte beleuchtet deren Zufriedenheit mit dem Projekt und soll Hürden und Verbesserungsmöglichkeiten aufdecken. Die Ergebnisevaluation aus Sicht des Jobcenters bzw. der Solidargemeinschaft untersucht wie viele Personen in ein gesundheitlich geeignetes Arbeitsverhältnis vermittelt werden konnten.

Zur Beantwortung der Fragestellungen findet eine schriftliche Befragung der Teilnehmenden 12 bis 24 Monate nach ihrem Einstieg ins Projekt sowie Interviews mit den beteiligten Lotsen und Hausärzten statt. Zudem werden Dokumentationen des Lotsen u.a. zur Häufigkeit der gemeinsamen Treffen, zur Einschätzung des Erfolgs der Projektteilnahme und zu Abbrecherquoten in die Analysen mit einbezogen.

 

Projektverantwortliche

L. Raiber (lea.raiber@ifr-ulm.de)

Dr. phil. T. Kölle (theresa.koelle@ifr-ulm.de)

 

Kooperationspartner

Jobcenter Biberach (Riß)

 

Förderung

Bundesprogramm “Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales  ‒ über das Jobcenter Biberach

 

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Hintergrund
Der schnelle gesellschaftliche Wandel fordert von Menschen eine sehr schnelle Anpassungsfähigkeit an sich immer ändernde Arbeits- sowie Sozialbeziehungen. Dies hat zu einer massiven Zunahme von psychischen Erkrankungen geführt, welche wiederum in Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung enden können. Wichtig für das Wohlbefinden einer Person ist sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit. Nur durch das Bestehen beider Komponenten existiert eine hohe Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Psychische Störungen können in jedem Alter auftreten, auch bei Menschen, die sich im arbeitsfähigen Alter befinden, sodass diese nicht nur zu individuell großen Beeinträchtigungen führen kann, sondern auch gesellschaftlich eine große Krankheitslast verursachen. Jährlich sind 27,8 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung von psychischen Erkrankungen betroffen. In absoluten Zahlen ausgedrückt betrifft dies rund 17,8 Millionen Menschen, von denen gerade einmal 18,9 Prozent auf Grund ihrer psychischen Erkrankung Kontakt zu Leistungsanbietern aufnehmen.

Das Einleiten einer frühzeitigen Behandlung kann einen nachhaltigen Beitrag zur psychischen Stabilität leisten, um bei den Patienten/-innen Folgestörungen oder Rückfälle weitestgehend auszuschließen oder zumindest deutlich zu reduzieren. Wird eine Erkrankung zu spät erkannt, vergeht wertvolle Zeit, in der die Wahrscheinlichkeit für eine Chronifizierung der Erkrankung steigt. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig Schritte einzuleiten, die zum Ziel haben, einen passenden Behandlungsweg für die Patienten/-innen einzuleiten und die Gefahr einer Chronifizierung abzuwenden.

Mit dem Angebot der VorReha soll daher ein Ansatz implementiert werden, mit dem unter Inanspruchnahme sektorenübergreifender Ressourcen ein wirkungsvolles Abklärungsinstrument zu einem möglichst frühen Zeitpunkt der Behandlungskette platziert werden kann. Aufkommende psychosomatische Bedarfe sollen durch eine breite, gleichsam jedoch gezielte Sondierung frühzeitig erkannt werden und möglichst umgehend ein strukturierter Rehabilitationsprozess oder eine andere geeignete Therapieform eingeleitet werden. Dabei werden die Teilnehmer/-innen bereits während der Leistung im Ansatz mit zentralen Bausteinen einer eventuell nachfolgenden Therapie vertraut gemacht und damit in geeigneter Weise auf diese vorbereitet.

Projektziel

Ziel dieses Projektes ist die Evaluation des Pilotprojekts VorReha, u.a. bezüglich der zeitlichen Dauer des Behandlungsweges, dem psychischen Gesundheitszustand und der beruflichen Integration der Betroffenen. Die Evaluation soll Grundlage zum Weiterbestand, Einstellung bzw. Veränderung des Programmes VorReha bilden.

Methodik

In die VorReha-Maßnahme eingeschlossen werden Versicherte der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland mit frühen Stadien affektiver neurotischer, Belastungs- und somatoformer Störungen sowie mit Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren. Die Erhebung studienrelevanter Daten soll bei den VorReha Teilnehmenden (Interventionsgruppe) mittels Fragebögen zu vier Befragungszeitpunkten stattfinden (zu Beginn, direkt im Anschluss, ggf. nach einer Anschlussrehabilitation sowie ein Jahr nach der VorReha).

Die Ergebnisse der Fragebogenbefragungen der Interventionsgruppe sollen mit Routinedaten einer historischen Kontrollgruppe verglichen werden. Um die Vergleichbarkeit der Daten zu erhöhen, werden auch die Routinedaten der Interventionsgruppe in die Analyse miteinfließen. Des Weiteren sollen qualitative Interviews und Fokusgruppen mit den beteiligten Institutionen (Rehabilitationskliniken, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz) geführt werden, um eine Evaluation der Maßnahme aus verschiedenen Blickwinkeln zu ermöglichen.

Das Projekt wurde am 01.04.2021 gestartet.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

Kooperationspartner

  • AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
  • Mittelrhein-Klinik Bad Salzig
  • CELENUS Parkklinik Bad Bergzabern

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Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Nachsorgemaßnahmen helfen, die in der Rehabilitation erreichten Ergebnisse zu verstetigen und die Rückkehr ins Erwerbsleben zu unterstützen.

Die empfohlenen Nachsorgemaßnahmen werden allerdings nur von wenigen Rehabilitanden vollständig umgesetzt, da berufliche und private Hinderungsgründe der Teilnahme an einer Nachsorge entgegenstehen können. Hier sind innovative Konzepte gefragt, welche durch die Nutzung neuer Kommunikations- und Informationstechnologien den Zugang zu bzw. die Teilnahme an Nachsorgeangeboten erleichtern und diese für einen größeren Patientenkreis zugänglich machen.

Die Online-Plattform Caspar ermöglicht eine indikationsübergreifende, internetbasierte Nachsorge mit multimodaler Behandlung der Patienten. Der Patient kann den für ihn erstellten Therapieplan auf seinem Heim-PC, Tablet oder Smartphone nutzen und ist somit zeitlich und örtlich flexibel. Alle Übungsaktivitäten des Patienten werden dokumentiert, wobei die Plattform eine bidirektionale Kommunikation zwischen Teilnehmer und Therapeut bzw. Arzt ermöglicht.

Projektziel:

Ziel der geplanten Studie ist ein Vergleich zwischen den bekannten face-to-face-Nachsorgemaßnahmen (z.B. IRENA) und einer Tele-Reha-Nachsorgemaßnahme mit der Online-Therapieplattform Caspar. Durch den Vergleich sollen u.a. die Fragen beantwortet werden, ob sich die beiden Nachsorgemaßnahmen hinsichtlich verschiedener Zielgrößen (z.B. Gesundheitszustand) unterscheiden und welche Maßnahme für welche Patientengruppen geeignet ist.

Methodik:

Die Evaluation der multimodalen Tele-Nachsorge-Maßnahme erfolgt anhand einer prospektiven multizentrischen Studie mit Teilrandomisierung (Comprehensive Cohort Design). Studienrelevante Parameter (z.B. Gesundheitszustand) der Tele-Nachsorge-Teilnehmer werden mit denen von Teilnehmern, die die herkömmliche face-to-face Nachsorge erhalten, verglichen. Ziel ist es, erste Aussagen über Behandlungsergebnisse der Maßnahmen treffen zu können. Zudem werden potentielle Inanspruchnehmer identifiziert und die Akzeptanz bei Therapeuten und Patienten erfragt, um Empfehlungen zum Einsatz von Tele-Nachsorgemaßnahmen in der Regelversorgung formulieren zu können.

Es wird eine Fallzahl von ca. 600 Patienten (300 Intervention + 300 Kontrollen) angestrebt. Dabei ist die Verteilung der Indikationen von den Rehabilitationseinrichtungen abhängig. Aufgrund dessen wird ein Anteil von ca. 85% (n=510) mit einer orthopädischen Indikation und von ca. 15% (n=90) mit einer kardiologischen und/oder neurologischen Indikation erwartet. Die Rekrutierung erfolgt in 13 ambulanten Rehabilitationszentren der Nanz medico GmbH & Co. KG in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg.

Zielgrößen sind der Anteil der Nicht-Antreter bzw. Abbrecher-Quoten, der Gesundheitszustand, die Funktionsfähigkeit, die Arbeitsfähigkeit, das Gesundheitsverhalten, Prädiktoren der Inanspruchnahme der Nachsorge, der Erwerbsstatus und die Zufriedenheit bei Patienten und Therapeuten. Die Anzahl der Nicht-Antreter und Abbrecher wird von den Zentren erfasst und in Studienlisten dokumentiert. Für die Operationalisierung der restlichen Zielgrößen wird ein Fragebogen genutzt. Dieser basiert auf standardisierten und etablierten Fragebögen (WAI, IRES-3.1 bis 3.3, Zuf-8) und wird mit eigenen Items ergänzt (z.B. Gründe zur Wahl der Nachsorgeform). Die Datenerhebung findet an den folgenden vier Zeitpunkten statt: vor der Rehabilitation (t0), nach der Rehabilitation bzw. vor der Nachsorge (t1), am Ende der Nachsorge (t2) sowie sechs Monate nach dem Ende der Nachsorge (t3). Unterschiede zwischen den beiden Gruppen (IRENA vs. Tele) werden mittels deskriptiver Statistik und multivariater Verfahren analysiert.

 

Projektverantwortliche

Förderung

  • Nanz medico GmbH & Co. KG
  • GOREHA GmbH
  • Eigenmittel

Kooperationspartner

  • 6 ZAR Kooperationskliniken aus Rheinland-Pfalz
  • 7 ZAR Kooperationskliniken aus Baden-Württemberg

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Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Die Einführung der diagnosebezogenen Fallgruppen (DRGs) bringt Veränderungen in Ablauf und Dauer der Krankenhausaufenthalte mit sich und weist gleichzeitig veränderte Anforderungen an die Rehabilitation auf. Im Krankenhaussektor werden die Behandlungsabläufe beschleunigt und es erfolgt eine Leistungsverdichtung, die durch ein optimales Prozessmanagement so kurz wie möglich gehalten wird. Die Folgen sind, dass die Arzt-Patienten-Beziehung aufgrund der mangelnden Zeit darunter leidet. Zudem treten insbesondere bei älteren Personen vermehrt Versorgungsprobleme nach der Akutversorgung auf. Seit Jahren ist die stetige Abnahme der stationären Verweildauer je Fall im Krankenhaus zu beobachten. Im Zeitraum von 2008 bis 2017 wurde über alle Fachabteilungen hinweg ein Rückgang der Verweildauer von 10% verzeichnet. Im Bereich der Inneren Medizin entstand bei Patienten über 65 Jahren, im identischen Zeitraum, ein Abwärtstrend in der Verweildauer von 15,9%. Durch die kürzere Verweildauer in Krankenhäusern werden die Fälle vermehrt frühzeitig in die nachgelagerten Behandlungssektoren entlassen. Krankenhäuser sehen den Ausgleich der verkürzten Behandlungszeiten vermehrt als Aufgabe der Rehabilitationseinrichtungen oder der Pflegeheime. Eine frühzeitige Entlassung aus dem Krankenhaus führt oft zu einer noch nicht vorhandenen Rehabilitationsfähigkeit. Besteht eine Rehabilitationsfähigkeit nicht direkt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, verlängert sich die Zeit zwischen der Krankenhausentlassung und des Rehabilitationsbeginns. Eine möglichst unmittelbare Weiterbehandlung, auch nach akuten internistischen Ereignissen, sollte aber unbedingt im Vordergrund stehen, da derzeit das Risiko besteht, dass das wertvolle Rehabilitationspotenzial durch die Kurzzeitpflege oder durch die Zeit, die die Patienten zu Hause verbringen, verloren gehen könnte. Um diese Versorgungslücke zu schließen, soll im Rahmen des Pilotprojekts „StarK“ eine rehabilitative und aktivierende Kurzzeitpflege mit therapeutischen Leistungen im Setting „Rehabilitationsklinik“ für verschiedene internistische Erkrankungen eingeführt werden.

Projektziel:

Ziel dieses Projekts ist die Etablierung einer rehabilitativen Kurzzeitpflege für internistische, im Speziellen kardiologische und angiologische, Erkrankungen. Im Zuge dieses Modellprojekts wird die Implementierung der StarK-Intervention evaluiert. Ein weiteres Ziel dieses Projekts ist die Aufdeckung von Schwachstellen, die bei der Durchführung unter Alltagsbedingungen auftreten können. Ferner soll die Zufriedenheit und Akzeptanz von StarK bei Therapeuten, Patienten, Case Managern, Ärzten und Mitarbeitern des Sozialdiensts abgefragt werden.

Methodik:

Im Rahmen dieser Studie soll die StarK-Intervention formativ evaluiert werden. Dazu werden die StarK-Teilnehmer zu zwei Messzeitpunkten (Aufnahme (t1) und Ende der rehabilitativen Kurzzeitpflege (t2)) mittels Fragebögen zur Zufriedenheit und zur Akzeptanz der Maßnahme befragt.
Um qualitative Daten zur Praktikabilität, zum Verbesserungsbedarf und zur Gewinnung von Optimierungspotenzialen, insbesondere in den Schnittstellenbereichen erheben zu können, wird auf die Methodik der Fokusgruppen gesetzt. Diese werden mit den Ärzten und den behandelnden Therapeuten/Case Mana-gern der Vinzenz Klinik in Bad Ditzenbach geführt. Die Teilnehmer der Fokusgruppen werden zum Ablauf der Intervention, zu Schnittstellenproblematiken, zur Kommunikation mit den Zuweisern und insgesamt zur Akzeptanz und Zufriedenheit mit der StarK-Intervention befragt. Ferner sollen die Teilnehmer sich zur Umsetzbarkeit äußern und eine Einschätzung geben, ob das gewünschte Patientenkollektiv von den Akutkliniken eingewiesen wurde. Des Weiteren werden strukturierte Interviews mit den einweisenden Ärzten bzw. den Mitarbeitern im Sozialdienst der Akutkliniken geführt. Mit Hilfe eines leitfadengestützten Interviews sollen unter anderem Themen wie Zufriedenheit, Schnittstellenproblematiken, Bedarf und Akzeptanz der Intervention thematisiert und Verbesserungsvorschläge aufgenommen werden.

Das Projekt wurde am 01.11.2020 gestartet.

Projektverantwortliche

Förderung

  • AOK- Baden-Württemberg

Kooperationspartner

  • Vinzenz Klinik in Bad Ditzenbach

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Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Chronische, somatische und vor allem psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter haben in den letzten Jahren in ihrer Anzahl und ihrem Schweregrad zugenommen. Eine frühe Diagnose und eine multimodale Intervention im Kindes- und Jugendalter sind daher notwendig um einer Chronifizierung der Krankheit entgegenzuwirken. Die Rehabilitation ist dabei ein wichtiges Instrument zur Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit zur Integration in Schule, Ausbildung und in das spätere Erwerbsleben. Ein zentrales Ziel der Rehabilitation ist die Verbesserung der Krankheitssymptomatik. Zusätzlich dazu werden durch ein strategisches Krankheits-management langfristige Ziele verfolgt, wie die Verbesserung der Langzeitprognose, Steigerung der individuellen Lebensqualität, soziale Integration und spätere berufliche Teilhabe.

Im Zuge der Weiterentwicklung der psychiatrischen Kinder- und Jugend-rehabilitation haben die Fachkliniken Wangen ein neues Behandlungskonzept entwickelt, um den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen und erheblichen Teilhabeeinschränkungen in der Rehabilitation besser gerecht werden zu können. Das neue Konzept zielt durch intensivere und engmaschigere Betreuung sowie erweiterte Schulungsangebote stärker auf das Verbessern der Teilhabefähigkeit ab.

Projektziel:

Im Rahmen der von der DRV Baden-Württemberg geförderten Evaluationsstudie soll eine Untersuchung der Rehabilitationsergebnisse (z.B. Schul- bzw. Ausbildungsfähigkeit, Lebensqualität, Krankheitsmanagement, Zufriedenheit) und ihrer Stabilität aus Sicht der betroffenen Kinder/Jugendliche und Bezugspersonen sowie der Schule stattfinden, wobei zusätzlich ein Vergleich des neuen und alten Behandlungskonzepts gezogen wird.

Methodisches Vorgehen:

Um die Rehabilitationsergebnisse des alten und des neuen Behandlungskonzeptes für Kinder und Jugendliche mit bestimmten kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen wie ADHS, Depression oder Zwangserkrankungen in den Fachkliniken Wangen zu vergleichen, sollen Rehabilitanden/-innen mittels Fragebögen befragt werden. Zum einen sollen Kinder und Jugendliche, die eine Rehabilitation nach altem Konzept durchlebt haben (Kontrollgruppe), befragt werden und zum anderen diejenigen, die eine Rehabilitation nach neuem Konzept absolvieren (Interventionsgruppe). Die Interventionsgruppe wird zu drei Zeitpunkten befragt:

  • direkt vor der Rehabilitation (t1)
  • direkt im Anschluss an die Rehabilita- tion (t2) und
  • zwei Jahre nach der Rehabilitation (t3).

Da die Rehabilitation der Kontrollgruppe bereits in der Vergangenheit liegt, wird diese lediglich zum Zeitpunkt t3 zwei Jahre nach ihrer Rehabilitation befragt. Altersspezifisch erfolgt die Befragung über eine Selbst- und/oder Fremdbefragung durch die Bezugsperson.

Neben den Einschätzungen der Kinder und Jugendlichen und ihrer Begleitperson sollen unter anderem die Betrachtungsweisen der Therapeuten und Ärzte auf die Behandlungskonzepte in den Auswertungen berücksichtigt werden. Durch leitfadenbasierte qualitative Interviews werden fünf behandelnde Personen des interdisziplinären Teams aus den Fachkliniken Wangen zur Einschätzung des Rehabilitationserfolgs der Kinder und Jugendlichen sowie zum neuen und alten Behandlungskonzept befragt.

Projektverantwortliche

Kooperationspartner

  • Waldburg-Zeil Akutkliniken GmbH & Co. KG – Fachkliniken Wangen

Förderung

  • DRV Baden-Württemberg

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR) bezeichnet Rehabilitationsmaßnahmen, die sich schwerpunktmäßig an den Anforderungen des Arbeitsplatzes orientieren. Dieses Angebot gilt insbesondere für Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen (BBPL). Die Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl begann im Jahr 2013 mit der Einführung von MBOR im Sinne des Anforderungsprofils der DRV (2012), wobei spezielle bedarfsbezogene Schwerpunkte gesetzt werden.

b) Projektziel: Ziel der Studie ist die Evaluation von MBOR bei Rehabilitanden mit Herzerkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege am Beispiel der Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl. Daneben soll geprüft werden, welche Rehabilitandengruppen von der berufsbezogenen Maßnahme besonders profitieren.

c) Methodisches Vorgehen: Die Behandlungsergebnisse der Teilnehmer an berufsbezogenen Maßnahmen (Interventionsgruppe) werden mit den Rehabilitationsergebnissen von historischen Fällen, die einen MBOR-Bedarf aufwiesen, jedoch keine MBOR durchgeführt haben (Kontrollgruppe), verglichen. Der MBOR-Bedarf der Rehabilitanden wird in beiden Gruppen anhand eines Fragebogens („Würzburger Screening“) identifiziert.

Anhand von Routinedaten der DRV Baden-Württemberg (RSD: Rehabilitationsstatistikdatenbasis) werden die Effekte von MBOR auf den Erwerbsstatus (Sozialversicherungsbeiträge, Entgelt, Beschäftigungstage) in den zwei Folgejahren der Rehabilitation sowie auf das Rehabilitationsergebnis aus Sicht des Rehabilitationsarztes (Arbeitsfähigkeit, Leistungsfähigkeit in Bezug auf den letzten Beruf bzw. eine andere Tätigkeit, positives und negatives Leistungsvermögen) bestimmt. Für einen fairen Vergleich zwischen Interventions- und Kontrollgruppe vorzunehmen, werden multivariate Analysen durchgeführt. Um Rehabilitanden zu identifizieren, die besonders von einer MBOR profitieren, werden separate Regressionsmodelle z.B. für die beiden Indikationen (Kardiologie und Pulmologie), für Rehabilitanden mit unterschiedlichen Schweregraden einer BBPL und für Rehabilitanden der verschiedenen MBOR-Stufen (Stufen A bis C) berechnet.

Zusätzlich erfolgen in der Interventionsgruppe Fragebogenerhebungen zu drei Messzeitpunkten (Beginn und Ende der Rehabilitation sowie zwölf Monate nach Rehabilitationsende). Hier stehen die Veränderungen bei der subjektiven Einschätzung der Arbeitsfähigkeit, der Arbeitsmotivation und der subjektiven Erwerbsprognose sowie die Faktoren, die einen Einfluss auf die subjektiven Behandlungsergebnisse haben im Mittelpunkt.

Projektverantwortliche

Förderung

  • DRV Baden-Württemberg
  • Institutsmittel

Kooperationspartner
Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl (Dr. med. R. Nechwatal)

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die rehabilitative Nachbehandlung bei Verletzungen des Beckens weist bislang große Unterschiede auf. Dies liegt mitunter an der geringen Anzahl von Forschungsergebnissen zu Behandlungsinhalten und -ergebnissen, da nur wenige hochspezialisierte Schwerpunktkliniken Patienten mit Beckenverletzungen in nennenswerter Anzahl behandeln. Bislang lag der Fokus der klinischen und wissenschaftlichen Bemühungen überwiegend auf einer Verbesserung der Überlebenswahrscheinlichkeit in der Akutphase, doch zunehmend rückt auch der weitere Heilungsverlauf im Anschluss an die Akutphase und das erzielt Spätergebnis in das wissenschaftliche und gesellschaftliche Interesse. Es ist bekannt, dass zwischen dem funktionellen bzw. dem radiologischen Ergebnis sowie dem Gesundheitsstatus, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Rückkehr in das Erwerbsleben teilweise erhebliche Differenzen bestehen. Für die erfolgreiche Reintegration spielen neben den funktionellen und morphologischen Faktoren auch psychische, soziale und Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle, wie es auch die WHO im bio-psycho-sozialen Modell der ICF beschreibt. Die Rehabilitation und das langfristige Ergebnis bezogen auf die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben sind bislang noch in keiner wissenschaftlichen Arbeit untersucht worden.

b) Projektziel: Das Ziel des Projektes ist die langfristige Überprüfung des Rehabilitationsergebnisses nach Becken- und Acetabulumfrakturen sowie die Identifikation von Faktoren, die eine Vorhersage des Heilungsverlaufs erlauben (Prädiktoren). Anhand dieser Prädiktoren sollen dann Empfehlungen für die Rehabilitation abgeleitet werden.

c) Methodisches Vorgehen: Die AG Becken III der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (DGU/AO) hat eine europaweite, in Umfang und Inhalt einzigartige Datenbank für die Erfassung von Beckenverletzungen geschaffen. Allein für die Jahrgänge 2005-2013 umfasste diese insgesamt ca. 10.000 komplett eingegebene und abgeschlossene Fälle mit Beckenring- und Acetabulumfrakturen aus 31 Kliniken. Das ifr Ulm wird gemeinsam mit der AG Becken III der DGU/AO diese Datenerhebung prospektiv um Angaben zur Rehabilitation erweitert. Hierfür werden zu drei Messzeitpunkten (Aufnahme Reha (T1), Entlassung Reha (T2) und 12 Monate nach Abschluss der Reha (T3)) Fragebögen zur Erfassung des Rehabilitationsergebnisses inkl. Selbstständigkeit, Schmerz, Funktionalität, Reha-Status und Wiedereingliederung in das Arbeitsleben sowohl durch den Rehaarzt als auch durch den Rehabilitanden selbst ausgefüllt. Hierdurch sollen Erkenntnisse über Rehabilitationsergebnis, -verlauf, und -prognose gewonnen werden. Um die Fallzahl N=120 in dem geplanten Zeitraum zu erreichen, wird diese Studie in einem bundesweiten Multizenteransatz durchgeführt, bei dem acht Universität- und BG-Kliniken die Patienten rekrutieren. Die Antworten aus den Fragebögen zu den Zeitpunkten T1 bis T3 werden zunächst mit den zugehörigen Angaben aus dem Beckenregister der AG Becken III verknüpft und deskriptiv ausgewertet. Anschließend wird eine logistische Regressionsanalyse hinsichtlich der binären Hauptzielgröße „Wiedererlangen der Erwerbstätigkeit“ durchgeführt. Als potentielle Confounder werden hier die in den deskriptiven Analysen auffällig gewordenen Variablen (z.B. soziodemographische Merkmale) sowie Zusatzinformationen aus dem Beckenregister berücksichtigt. Auf Basis dieser Ergebnisse soll überprüft werden, welche dieser Confounder einen Einfluss auf den Behandlungsverlauf haben und inwieweit hieraus Behandlungspfade abgeleitet werden können, um sowohl die Alltagsaktivität, als auch die berufliche Leistungsfähigkeit der Patienten zu verbessern und somit die Wiedereingliederung in das Berufsleben frühzeitig zu erreichen.

Das Projekt wurde am 01.11.2015 gestartet.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche Gesellschaft dür Unfallchirurgie (DGU)
  • Institutsmittel

Kooperationspartner
AG Becken III der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO)

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Die Diagnose Krebs greift zumeist abrupt und nachhaltig in die Lebenswelt Betroffener und deren Angehöriger ein. Sowohl die Erkrankung als auch die Therapien führen zu starken körperlichen und psychosozialen Belastungen der Betroffenen und somit zu einem komplexen Behandlungsbedarf. Auch bei gut zu behandelnden Krebsarten ist häufig eine längere Zeit für die vollständige Genesung (Rekonvaleszenz) erforderlich. Eine onkologische Rehabilitation kann diesen Wiederherstellungsprozess unterstützen und die gesellschaftliche Teilhabe positiv beeinflussen.

In Bezug auf die Ergebnisse onkologischer Rehabilitationen konnte gezeigt werden, dass sie sowohl die körperliche Funktionsfähigkeit als auch die psychische Befindlichkeit sowie die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Allerdings ist weitgehend unklar, nach welchen Kriterien in der Versorgungspraxis eine onkologische Rehabilitation empfohlen oder in Anspruch genommen wird, welche Patientengruppen davon profitieren und ob ein bedarfsgerechter Zugang bei onkologischen Rehabilitationsmaßnahmen vorliegt.

b) Projektziel: Mit Hilfe der Studie sollen einerseits Merkmale, die die Inanspruchnahme von onkologischen Rehabilitationsmaßnahmen beeinflussen, identifiziert werden. Anderseits sollen Versorgungsergebnisse zwischen onkologischen Patienten, die eine Rehabilitation in Anspruch genommen haben (Rehabilitanden), und Patienten, die keine onkologische Rehabilitation durchgeführt haben (Nicht-Rehabilitanden), verglichen werden.

Daneben sollen Kenntnisse über subjektiv wahrgenommene Förderfaktoren und Barrieren für Inanspruchnahme gewonnen werden.

c) Methodisches Vorgehen: In die Studie werden onkologische Patienten aus den drei größten Erkrankungsgruppen, d.h. „Brustkrebs“, „Prostatakrebs“ und „Darmkrebs“, eingeschlossen.

Im Projekt werden zwei methodische Strategien verfolgt: In einem ersten Schritt erfolgt eine Analyse von Versorgungsdaten der Deutschen Rentenversicherung (RSD: Rehabilitationsstatistikdatenbasis) und der AOK Baden-Württemberg (Sekundärdatenanalyse). Dabei wird untersucht, welche individuellen Eigenschaften der Patienten (z.B. Krebsart, Begleiterkrankungen, soziodemografische Merkmale) sowie Merkmale der ambulanten bzw. stationären Krebsbehandlung (z.B. Dauer und Art der Tumorbehandlung) die Inanspruchnahme einer onkologischen Rehabilitationsmaßnahme beeinflussen. Anschließend werden die berufliche und soziale Teilhabe (Erwerbs-/ Pflegeprognose) sowie der weitere Behandlungs- und Krankheitsverlauf im niedergelassenen und stationären Versorgungssektor nach der Krebstherapie bzw. Rehabilitationsmaßnahme zwischen onkologischen Patienten, die eine Rehabilitation in Anspruch genommen haben (Rehabilitanden), und Patienten, die keine onkologische Rehabilitation durchgeführt haben (Nicht-Rehabilitanden), verglichen.

In einem zweiten Schritt erfolgt eine Befragung von ca. 1.500 Patienten (je 500 der drei ausgewählten Indikationen) zu subjektiv wahrgenommenen Barrieren und Förderfaktoren für die Inanspruchnahme onkologischer Rehabilitationsmaßnahmen (subjektiver Rehabilitationsbedarf, Kenntnisse und Erwartungen) sowie zum subjektiv wahrgenommenen Nutzen der Folgebehandlungen (Rehabilitation vs. ambulante/stationäre Therapien). Zusätzlich sollen weitere Kontextfaktoren für den Zugang erhoben werden (u.a. Aufklärungsmethoden des behandelnden Tumorzentrums hinsichtlich der Möglichkeit zur onkologischen Rehabilitation, Unterstützung bei der Antragsstellung).

Projektverantwortliche

Förderung

  • DRV Baden-Württemberg
  • Institutsmittel

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • AOK Baden-Württemberg
  • Asklepios Klinik Triberg (Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Widmann)
  • Krebsverband Baden-Württemberg e.V.

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Kurzbeschreibung

a) Hintergrund: Sucht und Erwerbslosigkeit stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander. Chronisches Suchtverhalten führt in seiner Folge häufig zum Verlust der Erwerbstätigkeit. Lang andauernde Arbeitslosigkeit kann wiederum die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Suchterkrankung fördern. Die berufliche Integration ist damit ein wichtiger Faktor bei der Überwindung einer Suchterkrankung. Bisher werden Entwöhnung/medizinische Rehabilitation und berufliche Rehabilitation zumeist zeitlich getrennt voneinander durchgeführt. Das berufliche Integrationsförderprogramm BOSS verfolgt das Ziel, möglichst früh, bereits während der Entwöhnungsbehandlung, die berufliche Wiedereingliederung mittels strukturierter Maßnahmen zu fördern.

b) Projektziel: Ziel des vorliegenden Projektes ist es, den Erfolg von BOSS gemessen an dem mittelfristigen Erwerbsstatus zu überprüfen. Daneben sollen relevante Parameter für die Zuweisung der Rehabilitanden zu BOSS sowie Prädiktoren einer erfolgreichen beruflichen Wiedereingliederung ermittelt werden.

c) Methodisches Vorgehen: Das vorliegende Projekt verfolgt zwei Auswertungsstränge. Im ersten Auswertungsstrang werden historische Daten durchgeführter Suchtrehabilitationsmaßnahmen aus der Rehabilitationsstatistikdatenbasis (RSD) der Rentenversicherung Baden Württemberg herangezogen. Dabei erfolgen Analysen zum mittelfristigen Ergebnis der Rehabilitation, gemessen an der beruflichen Wiedereingliederung der Rehabilitanden zwei Jahre nach der Maßnahme, sowie zu relevanten Einflussfaktoren auf die berufliche Wiedereingliederung. Die in der RSD erfassten Rehabilitanden, die in der Vergangenheit an einer Suchtrehabilitationsmaßnahme teilgenommen haben, dienen als historische Kontrollgruppe für die BOSS-Teilnehmer (Interventionsgruppe).

Im zweiten Auswertungsstrang werden prospektiv Daten von BOSS-Teilnehmern erhoben. Hierbei werden die verfügbaren RSD-Daten mittels Fragebogenerhebungen um ICF-orientierte Parameter, beispielsweise der Lebenszufriedenheit, der Stressverarbeitung oder der sozialen Unterstützung, ergänzt. Auch im Rahmen dieses Auswertungsstrangs werden Analysen zur Hauptzielgröße (berufliche Wiedereingliederung zwei Jahre nach Ende von BOSS) sowie zu den Prädiktoren des Rehabilitationsergebnisses durchgeführt. Um die historische Kontrollgruppe durch eine Kontrollgruppe von Rehabilitanden zu ergänzen, für die ebenfalls die entsprechenden Fragebogendaten vorliegen, wird eine weitere Kontrollgruppe in solchen Einrichtung rekrutiert und befragt, die etwas später mit der Einführung von BOSS starten.

Projektverantwortliche

Förderung

  • Deutsche-Rentenversicherung Baden Württemberg

Kooperation

  • Berufsförderungswerk Bad Wildbad gGmbH
  • Sucht-Rehabilitationseinrichtungen des Baden-Württembergischen Landesverbands für Prävention und Rehabilitation gGmbH

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Kurzbeschreibung

 

Hintergrund:

Rund ein Drittel der Arbeitslosen leidet unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die eine Wiederaufnahme der Arbeit im früheren Tätigkeitsfeld erschweren. Je länger die Arbeitslosigkeit besteht, desto höher ist dabei das Risiko gesundheitlicher, vor allem psychischer, Einschränkungen. So sind Arbeitslose im Vergleich zu Erwerbstätigen öfters in stationärer Behandlung und erhalten deutlich mehr Medikamentenverordnungen. Zwischen Arbeitslosigkeit und gesundheitlicher Beeinträchtigung besteht ein wechselseitiger Zusammenhang, der durch zahlreiche internationale und nationale Studien belegt wird. So können chronische Erkrankungen ein Grund für den Verlust des Arbeitsplatzes sein, beziehungsweise den Wiedereinstieg ins Berufsleben erschweren. Umgekehrt geht mit der Arbeitslosigkeit eine hohe psychische Belastung einher, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko nach sich zieht. Arbeitslose haben im Vergleich zu Erwerbstätigen ein mindestens doppelt so hohes Risiko psychische Erkrankungen zu entwickeln.

Um die negativen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit zu verringern und die Erwerbsfähigkeit zu sichern, sollen Arbeitslose in das Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung einbezogen werden. Durch das Modellprojekt soll ein eigenanteil- und vorleistungsfreies Präventionsangebot der Rentenversicherung für Arbeitslose entstehen, das speziell auf die psychosozialen Probleme von Arbeitslosen zugeschnitten ist. Die innovativen Maßnahmen fokussieren die Verbesserung der physische und insbesondere die psychische Gesundheit der Arbeitslosen. Positive Entwicklungen für die Teilnehmer können sich  langfristig ergeben, da die Reintegration in den Arbeitsmarkt nicht durch gesundheitliche Beeinträchtigungen verhindert wird. Kann das Modellprojekt am Ende des Projektzeitraums positiv bewertet werden, bedeutet das für die Verstetigung, dass der Gesetzgeber eine entsprechende Änderung des § 14 SGB VI vornehmen muss. Denn die derzeitige Textfassung des § 14 SGB VI lässt die Erbringung von Präventionsleistungen der Deutschen Rentenversicherung für arbeitslose Personen nicht zu.

Projektziel:

Durch die formative Evaluation soll überprüft werden, ob die Präventionsmaßnahme die Stärkung bzw. Sicherung der Erwerbsfähigkeit sowie der psychischen und physischen Gesundheit von (Langzeit-) Arbeitslosen in Baden-Württemberg positiv beeinflusst. Zudem soll das Modellprojekt hinsichtlich der Akzeptanz, des Aufwandes und Nutzens bewertet werden. Zur Überprüfung der Ziele und zur formativen Evaluation des Modellvorhabens findet sowohl eine Befragung der Arbeitslosen, als auch der Therapeuten der Rehakliniken und der Mitarbeiter der Arbeitsagenturen bzw. Jobcenter statt.

Methodisches Vorgehen:

Der Erkenntnisgewinn wird durch eine fortlaufende Evaluation des Modellvorhabens sichergestellt. Es erfolgt eine Befragung der Arbeitslosen, der Therapeuten der Rehabilitationseinrichtungen sowie der Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Dabei wird ein Mixed-Methods Ansatz, bestehend aus Fragebogenbefragungen und Fokusgruppen, angewandt.

Die Arbeitslosen werden, in einem Ein-Gruppen-Prä-Post Design zu den Befragungszeitpunkten vor Beginn, nach drei Monaten, am Ende sowie 12 Monate nach Ende des Präventionsprogramms zum Präventionsbedarf, zum Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten, zu bestehenden Risikofaktoren, zum Erwerbsstatus, zu ihrer Motivation sowie zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität befragt. Zudem werden nach Maßnahmenende der Nutzen und die Zufriedenheit der Arbeitslosen mit dem Präventionsprogramms erfasst. Die subjektiven Angaben werden durch Zahlen zur Teilnehmer-und Abbrecher-Quote sowie der Wiedereingliederungsquote ergänzt.

Auch eine Befragung der Mitarbeiter der Arbeitsagenturen/ Jobcenter sowie der Therapeuten der Rehabilitationseinrichtungen bezüglich der Passgenauigkeit und des Präventionsbedarfs der Teilnehmenden ist zur Evaluation des Modellvorhabens vorgesehen. Weiterhin werden die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen/ Jobcenter sowie die Therapeuten der Rehabilitationseinrichtungen bezüglich der Akzeptanz, des Aufwandes und des Nutzens der Präventionsmaßnahme befragt.

Projektverantwortliche:

Ellen Gaus, (ellen.gaus@ifr-ulm.de), Projektleitung

Dr. T. Kölle  (theresa.koelle@ifr-ulm.de)

Förderung

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“)

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • DRV Bund
  • Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit
  • Agentur für Arbeit Göppingen
  • Jobcenter Landkreis Göppingen
  • Agentur für Arbeit Ulm
  • Jobcenter Stadt Ulm
  • Jobcenter Alb-Donau-Kreis
  • Federseeklinik Bad Buchau
  • Rehabilitationsklinik Heidelberg-Königstuhl
  • ZAR Ulm
  • ZAR Göppingen

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

In Deutschland scheiden jährlich rund 18.000 Menschen frühzeitig aufgrund einer neurologischen Erkrankung aus dem Erwerbsleben aus. Die Chance auf eine erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung kann dabei durch eine Stufenweise Wiedereingliederung (StWE) erhöht werden. Allerdings ist es Patienten, je nach Schwere der neurologischen Beeinträchtigungen, oft nicht möglich, eine klassische StWE zu absolvieren. Ein Grund hierfür sind bestehende arbeitsplatzrelevante Defizite (z.B. Konzentrationsstörungen, Störungen der Motorik und Kraft, Sprachstörungen), die eine Wiederaufnahme der Beschäftigung verhindern. Die stufenweise Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit wäre jedoch möglich, wenn die Versicherten während der StWE individuell mit Therapieleistungen einer neurologischen Rehabilitationseinrichtung unterstützt oder der Arbeitsplatz an die Defizite angepasst werden würde. Ein solches Konzept existiert im Rahmen der Regelversorgung unter Kostenträgerschaft der Rentenversicherung bislang nicht. Das Modellprojekt START schließt diese Lücke durch Modifikationen der klassischen StWE. Zum einen wird die StWE durch Reha-Tage ergänzt, um den Gesundheitszustand und arbeitsplatzrelevante Fähigkeiten während der Wiedereingliederung zu verbessern. Zum anderen wird die StWE nicht nach einem festgelegten Stundenschema absolviert, sondern kann individuell je nach Leistungsfähigkeit des Patienten gestaltet und angepasst werden. Außerdem erfolgt ein Coaching am Arbeitsplatz durch einen Therapeuten bzw. Arzt, um bei Bedarf in Abstimmung mit dem Arbeitgeber den Arbeitsplatz oder das Arbeitsgebiet an die Defizite anzupassen. So soll Patienten, die aufgrund der Defizite nicht in der Lage sind, eine klassische StWE zu absolvieren, eine frühzeitige Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit ermöglicht werden

Projektziele:

Ziel der geplanten Studie ist die Prozess- und Ergebnis-Evaluation des Modellprojekts „START“. Die Studie soll erste Erkenntnisse zur Zufriedenheit und Akzeptanz der START-Maßnahme bei Patienten, Therapeuten und Arbeitgebern liefern und herausstellen, ob die Maßnahme Verbesserungen im Gesundheitszustand und der beruflichen Wiedereingliederung bringt.

Methodisches Vorgehen:

Die Ergebnis-Evaluation des Modellprojektes beruht auf zwei Datenquellen. So werden der sozialmedizinische Verlauf und die Wiedereingliederungsquote im Folgejahr der START-Intervention in der Interventionsgruppe (START-Teilnehmer) anhand von Fragebögen erfasst. Aus der Reha-Statistik-Datenbasis der Rentenversicherung werden ähnliche Fälle als historische Kontrollgruppe selektiert.

Zur Prozessevaluation findet eine Befragung der START-Teilnehmer zu Beginn, am Ende sowie ein Jahr nach Ende der START-Intervention statt. Dabei werden mittels standardisierten Fragebögen u.a. soziodemographische Merkmale, der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit erfasst. Daraus ergibt sich unter anderem, welche Personenkreise besonders von START profitieren, so dass Empfehlungen für die Zuweisung abgeleitet werden können. Um nicht nur die Patientenperspektive, sondern auch die Therapeuten- und Arbeitgeberperspektive zu beleuchten, erfolgt eine Befragung des jeweiligen Arbeitgebers und der Therapeuten in den beteiligten Rehabilitationseinrichtungen. Hierbei sollen die Zufriedenheit mit der START-Intervention sowie deren Stärken und Schwächen erfasst werden.

Projektverantwortliche

Theresa Kölle (theresa.koelle@ifr-ulm.de), Projektleitung

Christina Kaltenbach (christina.kaltenbach@ifr-ulm.de)

Förderung

  • Bundesprogramm “Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • Reha-Zentrum HESS
  • ZAR Tübingen

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Im Rahmen des Bundesprogramms „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“ bietet die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg (DRV BW) ihren Versicherten einen berufsbezogenen Ü35-Gesundheitscheck in Kombination mit dem Gesundheits-Check-up 35 der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an. Dabei wird der Gesundheits-Check-up 35 der GKV wie gewohnt von Ärzten der Allgemein- und Inneren Medizin durchgeführt. Ergänzend daran erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Erwerbsfähigkeit während des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW anhand des Work Ability Index (WAI) bestimmen zu lassen. Auf Basis der Ergebnisse des WAI werden für die Versicherten präventive bzw. rehabilitative Leistungen der DRV beantragt. Auf Basis der Ergebnisse des Gesundheits-Check-ups 35 werden zudem Empfehlungen für Präventionsangebote der GKV gegeben. Die Möglichkeit zur Teilnahme am Modellprojekt erhalten Versicherte der DRV BW, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, im Stadt- und Landkreis Heilbronn wohnen und der Sozialversicherungspflicht (Bezug von Entgelt, Krankengeld, Arbeitslosengeld I) unterliegen.

Projektziele:

Die Studie dient der wissenschaftlichen Begleitung des Modellvorhabens der DRV BW. Ziel dabei ist es, Kenntnisse über den subjektiven Bedarf für den berufsbezogenen Ü35-Gesundheitscheck der DRV BW und die Akzeptanz hinsichtlich eines kombinierten Gesundheitsangebots der DRV BW und GKV zu gewinnen. Zudem sollen konzeptionelle Stärken und Schwächen des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW sowie der Optimierungsbedarf aus Sicht der Teilnehmer und Ärzte, die das kombinierte Gesundheitsangebot der DRV BW und GKV durchführen, erfasst werden. Ferner soll die Praktikabilität des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW überprüft werden und zu guter Letzt soll festgestellt werden, welche Altersklassen eher Präventions- und welche eher Rehabilitationsbedarf aufweisen.

Methodisches Vorgehen:

In die Studie werden Teilnehmer des Modellprojekts (Interventionsgruppe) sowie eine Vergleichsgruppe, d.h. Personen, die den Gesundheits-Check-up 35 der GKV ein Jahr zuvor in Anspruch genommen haben, eingeschlossen. Personen aus der Vergleichsgruppe haben aufgrund der gesetzlichen Teilnahmefristen der GKV keine Möglichkeit am Modellprojekt der DRV BW teilzunehmen, deshalb werden diese über ein Informationsschreiben der DRV BW zu einem für sie derzeit noch nicht verfügbaren, d.h. fiktiven Angebot, informiert. Die Befragung der beiden Gruppen erfolgt mittels Fragebögen, die am IFR Ulm in Kooperation mit der DRV BW entwickelt werden.

Im Rahmen des Modellprojekts wird festgelegt, dass Bedarf für Teilhabeleistungen (z.B. medizinische Rehabilitation) dann besteht, wenn das WAI-Ergebnis weniger als 44 Punkte beträgt. Daher wird bei Personen, die den Schwellenwert des WAI von 44 Punkten unterschreiten, die Inanspruchnahme von Teilhabeleistungen zwischen Teilnehmern und der Vergleichsgruppe verglichen. Dabei wird die Leistungsinanspruchnahme bei den Teilnehmern ein Jahr nach Teilnahme am kombinierten Gesundheitsangebot der DRV BW und GKV und bei der Vergleichsgruppe ein Jahr, nachdem sie den WAI ausgefüllt haben, erhoben. Dies liefert Hinweise darauf, inwiefern anhand des Ü35-Gesundheitschecks der DRV BW der Bedarf an Teilhabeleistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können.

Um weiterhin zu prüfen, welche Altersklassen ab 35 Jahren eher Präventions- und welche eher Rehabilitationsbedarf aufweisen, wird die Anzahl an in Anspruch genommener präventiver bzw. rehabilitativer Leistungen der DRV und die Anzahl an in Anspruch genommener Präventionsangebote der GKV zwischen verschiedenen Altersgruppen verglichen.

Des Weiteren werden Teilnehmer des Modellprojekts und auch die Vergleichsgruppe u. a. zum subjektiven Bedarf an einem Gesundheitscheck der DRV mit einem berufsbezogenen Screening zur Messung der Erwerbsfähigkeit befragt. Dabei sollen die Studienteilnehmer auch angeben, ob sie ein kombiniertes Gesundheitsangebot oder zwei separate Gesundheitschecks der Leistungserbringer bevorzugen würden. Die Teilnehmer des kombinierten Gesundheitsangebots der DRV BW und GKV sollen darüber hinaus das Angebot bewerten. Dadurch sollen Hinweise auf den Bedarf an Veränderungen hinsichtlich der Ausgestaltung des Angebots gewonnen werden.

Des Weiteren soll eine qualitative Befragung der niedergelassenen Ärzte der Allgemein- und Inneren Medizin aus der Modellregion zur Ausgestaltung des Modellprojekts, zu Schwierigkeiten bei der Teilnehmerrekrutierung und zur Akzeptanz des „kombinierten“ Angebots anhand leitfadengestützter Interviews erfolgen.

Das Projekt wurde am 01.09.2019 gestartet.

 Projektverantwortliche

Christina Kaltenbach (christina.kaltenbach@ifr-ulm.de), Projektleitung

Dr. Theresa Kölle (theresa.koelle@ifr-ulm.de)

Förderung

  • Bundesprogramm “Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Kooperationspartner

  • DRV Baden-Württemberg
  • AOK Baden-Württemberg
  • Hausärzteverband Baden-Württemberg

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Hintergrund:

Um die Erwerbsfähigkeit der Versicherten langfristig und teilhabeorientiert zu sichern, hat die Deutsche Rentenversicherung ein neunmonatiges Präventionsprogramm (ehemals Betsi) entwickelt. Dabei besuchen die Teilnehmer zunächst Schulungen und Kurse zu gesundheitsrelevanten Themen (Bewegung, Ernährung etc.) in einer Einrichtung (hier: medicos.AufSchalke). Dort werden sie dann drei Monate lang in Präsenzterminen weiter betreut. Zuletzt führen die Teilnehmer ihre Aktivitäten sechs Monate ohne Präsenztermine selbstständig durch (Eigenaktivitätsphase). Abschließend findet eine Auffrischung des Erlernten am sogenannten Refresher-Tag statt.  Bisherige Studien belegen positive Effekte dieser Präventionsmaßnahme auf bestehende Risikofaktoren, den Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten. Allerdings zeigen Bestandsaufnahmen des medicos.AufSchalke, dass bisher nur ein relativ kleiner Anteil der Teilnehmer zum Refresher-Tag erscheint. Um die Bindung der Teilnehmer an die Präventionsmaßnahme sowie die Nachhaltigkeit der erzielten Effekte zu erhöhen, sollen die Teilnehmer längerfristig begleitet werden, weshalb im Rahmen der Studie eine Erweiterung der Eigenaktivitätsphase erfolgt.  Dabei werden neben weitergehenden Face-to-face-Kontakten mit einem Therapeuten auch digitale Angebote genutzt.

Projektziel:

Mit der Studie soll geprüft werden, ob durch die längerfristige Begleitung die Bindung der Teilnehmer an das Präventionsprogramm erhöht und die Nachhaltigkeit der Trainingseffekte verbessert werden kann.

Methodisches Vorgehen:

In die Studie werden insgesamt 750 Teilnehmer am Präventionsprogramm im Rehabilitationszentrum medicos.AufSchalke eingeschlossen, die zufällig zu einem der folgenden drei Modelle zugeteilt werden (je ca. 250):

  • Modell 1 – Klassisch: Ohne erweiterte Begleitung
  • Modell 2 – Präsenz: Ergänzt durch 14-tägige Präsenztermine
  • Modell 3 – Online: Ergänzt durch online-basierte Maßnahmen

Das Modell 1 sieht wie im bestehenden Präventionsmodell keine weitere Begleitung vor. Im  Modell 2 werden die Teilnehmer weiterhin persönlich von den Therapeuten betreut, allerdings nur noch 14-tägig (im medicos.AufSchalke). Im Modell 3 werden die Teilnehmer anhand einer Online-Therapieplattform („Caspar“) betreut und sie führen mit dieser Plattform ihr individuelles Training mit einem PC, Tablet oder Smartphone durch. Der Umfang von 12 Einheiten á 90 Minuten sowie die Inhalte aus den Bereichen  Ernährung, Entspannung, Edukation und Bewegung sind in den beiden begleiteten Modellen identisch.

Effekte der beiden neuen Modelle sollen sowohl mit dem klassischen Präventionsmodell, als auch zwischen den beiden neuen Modellen selbst verglichen und abgebildet werden. An drei Diagnostik-Terminen vor der Trainingsphase, nach der Trainingsphase sowie nach der Eigenaktivitätsphase werden von allen Teilnehmern konditionelle und koordinative Fähigkeiten erfasst. Ferner beantworten die Teilnehmer Fragen zu ihrem Gesundheitsverhalten und -zustand, zu bestehenden Risikofaktoren sowie zur Motivation und zur Behandlungszufriedenheit. Inwieweit durch die längere Begleitung  der Teilnehmer in den Modellen 2 und 3 auch die Bindung an das Programm erhöht wird, soll durch die Teilnehmerquote am Refresher-Tag abgebildet werden.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Projektverantwortliche

Belinda Brack (belinda.brack@ifr-ulm.de), Projektleitung

Finanzierung/Fördermittel

  • DRV Westfalen
  • Eigenmittel

Kooperation

  • medicos.AufSchalke Reha GmbH & Co. KG
  • CASPAR Health, Unternehmen der GOREHA GmbH

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Kurzbeschreibung

Bei Requamo II handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit der Sozial- und Arbeitsmedizinische Akademie Baden-Württemberg e.V. (SAMA Stuttgart; Projektträger), dem Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm (Ulm/Bad Buchau),der Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG), dem Qualitätsverbund Gesundheit Baden-Württemberg (QVG), dem Verband Norddeutscher Rehabilitationskliniken (VNR), den DRVen Baden-Württemberg, Braunschweig-Hannover und Nordbayern sowie 41 Rehabilitationskliniken. Die Projektkoordination obliegt Prof. Dr. Edwin Toepler, wissenschaftlicher Leiter des Qualitätsverbundes Gesundheit – Gemeinsam für die beste Reha und Professor an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

 

Hintergrund: Hinsichtlich der Ergebnisqualität der Rehabilitation fehlen insbesondere Studien, die objektive Angaben zum mittel- und langfristigen Erwerbsstatus vor und nach einer Rehabilitation analysieren. Solche Daten sind zwar bei der Rentenversicherung vorhanden, werden aber bisher kaum für diese Zwecke genutzt. Die bisher in der Qualitätssicherung der Rentenversicherung eingesetzten Kenngrößen (Strukturanforderungen, Peer Review, Reha-Therapiestandards, externe Patientenbefragung) legen Ihre Schwerpunkte auf die Qualität der indikationsbezogenen Reha-Prozesse sowie den patientenberichteten Outcome. Für die berufliche Wiedereingliederung liegen keine validen und vergleichbaren Kennzahlen auf der Ebene der Rehabilitationseinrichtungen vor. Deshalb bietet es sich an, den erwerbsbezogenen Reha-Outcome im Sinne einer Kennzahl messbar zu machen und den Leistungserbringern für den Einsatz im internen Qualitätsmanagement sowie den Leistungsträgern für die Reha-Steuerung zu Verfügung zu stellen.

 

Projektziel: Im Projekt wird zum einen die Frage beantwortet, ob es sinnvoll ist, den erwerbsbezogenen Reha-Outcome vergleichend als Bewertungsinstrument für Reha-Einrichtungen einzusetzen und inwieweit er in das interne Qualitätsmanagement der Kliniken integriert werden kann. Zum anderen sollen auch Möglichkeiten für eine selbständige Weiterentwicklung der Häuser, z.B. durch Kooperation und gegenseitiges Lernen in Qualitätsverbünden oder durch Klinik-Benchmarking, aufgezeigt werden.

 

Methodisches Vorgehen: Diese Studie ist ein Folgeprojekt der „Reha-QM-Outcome-Studie Baden-Württemberg“, so dass das Vorgehen auf deren Methodik aufbaut. Das Untersuchungsdesign umfasst drei Daten-Stränge:

Katamnestische Befragung der Versicherten, die im zweiten Halbjahr 2016 an einer Reha-Maßnahme in einer der beteiligten Kliniken teilgenommen haben

  • Routinedaten der Rentenversicherung, insbesondere der Erwerbsstatus der eingeschlossenen Versicherten vor und nach der Rehabilitation
  • QS- und QM-Daten aus dem bestehenden Benchmarking der Qualitätsverbünde

Es werden weitere Zielgrößen und weitere relevante Parameter (u.a. z.B. regionaler Arbeitsmarkt) sowie ihre Wechselwirkungen untersucht. Eine wichtige Neuerung stellen die Überlegungen zur Integration verschiedener Dimensionen der Prozess- und Ergebnisqualität in einen sogenannten „multiplen Outcome-Index“ dar, der bei Vergleichen von Einrichtungen oder Rehabilitandengruppen die Übersichtlichkeit verbessert.

 

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter www.requamo.de

 

Projektverantwortliche am IFR

Dr. biol. hum. Dipl.-Inform. Rainer Kaluscha (rainer.kaluscha@ifr-ulm.de), Projektleitung

Belinda Brack (belinda.brack@ifr-ulm.de)

Sarah Leinberger (sarah.leinberger@ifr-ulm.de)

Finanzierung/Fördermittel

  • DRV Baden-Württemberg
  • DRV Braunschweig-Hannover
  • DRV Nordbayern
  • Eigenmittel

Kooperation

  • Sozial- und Arbeitsmedizinische Akademie (SAMA)
  • Gesellschaft für Qualität im Gesundheitswesen (GfQG)
  • Qualitätsverbund Gesundheit Baden-Württemberg – „Gemeinsam für die beste Reha“
  • Verbund Norddeutscher Rehabilitationskliniken (VNR)
  • DRV Baden-Württemberg
  • DRV Braunschweig-Hannover,
  • DRV Nordbayern
  • insgesamt 47 Rehabilitationskliniken der beteiligten Verbünde und Rentenversicherungen

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1

88422 Bad Buchau

Telefon: +49 7582-800 5300

Telefax: +49 7582-800 5301

Hintergrund

Das Vergütungssystem nach DRG (diagnosis related groups) setzt Anreize für eine frühzeitige Entlassung aus dem Krankenhaus. Die Patienten verfügen häufig bei Entlassung aus der Klinik jedoch nicht über die geforderte Rehabilitationsfähigkeit, so dass sie, trotz positivem Rehabilitationspotential, positiver Prognose und Rehabilitationsbedarf, häufig zunächst nach Hause oder in Kurzzeitpflege entlassen werden. Weder im häuslichen Umfeld noch in der Kurzzeitpflege erfolgt eine ausreichende therapeutische Versorgung bzw. eine multimodale Behandlung unter biopsychosozialen Gesichtspunkten. Die idealerweise früh beginnende und lückenlos fortzusetzende Rehabilitation findet nicht statt und es resultiert ein „Rehaloch“. Es drohen ein Verfall der Leistungsfähigkeit sowie ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Rehabilitationsfähigkeit nicht mehr erreicht wird und Dauerpflege notwendig wird. Zudem besteht das Risiko, dass Verbesserungspotentiale verschenkt werden und eine Rehabilitation nur verspätet und mit einer schlechteren Ausgangslage als nötig eingeleitet wird.

Indem das vorhandene Besserungspotential durch eine rehabilitative Kurzzeitpflege frühzeitig genutzt und die Rehabilitationsfähigkeit zeitnah hergestellt wird, soll gewährleistet werden, dass während der sich anschließenden Anschlussheilbehandlung (AHB) das Rehabilitationspotential ausgeschöpft wird und die Rehabilitationsziele erreicht werden. Infolgedessen soll sowohl der Nachsorgebedarf sowie das Risiko für Wiederaufnahmen im Krankenhaus und Komplikationen verringert als auch die Erwerbs- und Pflegeprognose positiv beeinflusst werden.

Projektziel

Ziel des Projekts ist die modellhafte Erprobung und Evaluation einer poststationären, rehabilitativen Kurzzeitpflege für geriatrische und unfallchirurgisch-orthopädische Patienten an  drei Modellstandorten (Rehaklinik Sonnhalde in Donaueschingen, cts Sankt Rochus Klinik in Bad Schönborn, Federseeklinik in Bad Buchau). Dabei ist es ebenfalls Ziel Empfehlungen für eine Überleitung in die Regelversorgung abzuleiten. Durch eine Erweiterung der stationären Kurzzeitpflege um aktivierend-therapeutische, multiprofessionelle rehabilitative Elemente, soll den bekannten negativen Folgen von Bettlägerigkeit und Inaktivität (z.B. Muskelatrophien, kognitive und psychische Veränderungen) entgegengewirkt werden und somit der Wiederherstellungsprozess positiv beeinflusst. Des Weiteren sollen die regelmäßige Überprüfung der Rehabilitationsfähigkeit und der Einsatz eines vereinfachten Antragsverfahrens eine zeitgenaue und zielgerichtete Versorgungssteuerung sowie einen reibungsfreien Sektorenübertritt gewährleisten.

Methodik

Die Evaluation der rehabilitativen Kurzzeitpflege erfolgt anhand einer prospektiven multizentrischen Beobachtungsstudie. Dabei erfolgt ein Vergleich von Patienten, die an der rehabilitativen Kurzzeitpflege in einer Modelleinrichtung teilnehmen (Interventionsgruppe), mit Patienten, die im Anschluss an den Akutaufenthalt in die stationäre Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim entlassen werden (in dem sich das Behandlungskonzept ausschließlich an bestehenden Formen pflegerischer Aktivierung orientiert), sowie mit Patienten, die in das häusliche Umfeld entlassen werden (Kontrollgruppe). Es erfolgt eine Parallelisierung der Interventions- und Kontrollgruppe im Hinblick auf den Bedarf an rehabilitativer Kurzzeitpflege. In die Interventions- und Kontrollgruppe werden jeweils 200 unfallchirurgisch-orthopädische Patienten eingeschlossen. Quantitative Datenerhebungen finden zu mehreren Messzeitpunkten im Projektverlauf statt: 1. bei Entlassung aus der Akutklinik, 2. vor und während Rekup (nur bei der Interventionsgruppe) sowie zu Beginn und zu Ende der Rehabilitation, 3. ca. 6 Monate nach Entlassung aus der Rehabilitation. Die Hauptzielgrößen sind die Quote der Entlassungen in das häusliche Umfeld mit und ohne Pflege bzw. in die Langzeitpflege, der vorübergehende Pflegegrad sowie Komplikationen, Rückverlegungen in den Akutsektor und Versterben. Detailziele sind der körperliche und psychische Funktions- und Gesundheitszustand, die Selbständigkeit bzw. Alltagskompetenz sowie die Lebensqualität und Zufriedenheit mit der Versorgung. Es werden die Rehabilitationsfähigkeit, der Nachsorgebedarf und der Erwerbsstatus betrachtet. Die Gruppenvergleiche erfolgen anhand von Dependenzanalysen. Zusätzlich erfolgt die formative Evaluation anhand von Fokusgruppen mit den an der Umsetzung der rehabilitativen Kurzzeitpflege beteiligten Leistungserbringern sowie mittels Telefoninterviews mit den Sozialdiensten zuweisender Akutkliniken. Dabei werden sowohl die Praktikabilität der Implementierungsstrategie sowie die Strukturen und Prozesse als auch der entsprechende Optimierungsbedarf untersucht. Ebenso werden die Differenzierungsfähigkeit der Zuweisungskriterien für die rehabilitative Kurzzeitpflege und der Kriterien für die Rehabilitationsfähigkeit sowie die Eignung der Leistungsinhalte der rehabilitativen Kurzzeitpflege für die Zielgruppe betrachtet.

Im Zuge einer ökonomischen Evaluation werden anhand von Krankheits-, Heil- und Hilfsmittel- sowie Pflegekosten die Kosteneffekte sowie die Anreize an den Grenzen zwischen den Sozialversicherungssystemen analysiert. Darauf aufbauend werden kosten- und ergebnisorientierte Modelle, ggf. differenziert nach Patientengruppen bzw. beteiligten Sozialversicherungsträgertypen, konzipiert, die angemessene Anreize zur Umsetzung der rehabilitativen Kurzzeitpflege generieren. Die Modelle werden auf Basis gesundheitspolitischer Kriterien bewertet und regulative Umsetzungsschritte beschrieben. Um den Transfer in die Regelversorgung vorzubereiten, wird ein Manual erarbeitet, in dem die Zuweisungskriterien für die rehabilitative Kurzzeitpflege und Kriterien für die Überleitung in die AHB definiert sowie Inhalte, Strukturen und Prozesse der rehabilitativen Kurzzeitpflege festgelegt werden. Außerdem werden Empfehlungen für eine erfolgreiche Implementierungsstrategie abgeleitet und Vergütungsmodelle an den Schnittstellen von SGB V, SGB VI/IX und SGB XI entwickelt. Eine parallele Evaluation für geriatrische Patienten erfolgt am Lehrstuhl für Geriatrie an der Universität Heidelberg.

Projektverantwortliche

Dr. biol. hum. L. Tepohl (lena.tepohl@ifr-ulm.de)

Dr. biol. hum. S. Jankowiak (silke.jankowiak@ifr-ulm.de)

 

Kooperationspartner

  • AOK Baden-Württemberg – Fachbereich Rehabilitations- und Pflegemanagement
  • DRV Baden-Württemberg
  • Lehrstuhl für Geriatrie, Universität Heidelberg
  • Lehrstuhl für Medizinmanagement, Universität Duisburg-Essen
  • Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement GmbH
  • Geriatrisches Zentrum der Universität Heidelberg im AGAPLESION Bethanien Krankenhaus
  • cts Sankt Rochus Klinik in Bad Schönborn
  • Federseeklinik in Bad Buchau
  • Rehaklinik Sonnhalde in Donaueschingen

Förderung

  • Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschuss, Innovationsfond

Kontakt

Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung an der Universität Ulm

Geschäftsstelle

Am Kurpark 1
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